PERFORMING-ARTS-FESTIVALIn Transit : Schlangenzeremonie

Sandra Luzina

Alles bleibt anders. Das Performance-Arts-Festival In Transit im Haus der Kulturen der Welt wird nach zweijähriger Pause fortgesetzt. Andre Lepecki, der neue künstlerische Leiter, hat sich einen Namen als Kurator, Dramaturg und Publizist gemacht: Zur Zeit unterrichtet er Performance Studies an der New York University. Lepecki ist ein ausgewiesener Kenner der Performance Arts, die mittlerweile zur globalen Bewegung avanciert sind. Für das „Singularities“ betitelte Programm hat er 100 Künstler aus aller Welt eingeladen, die humorvolle, eigenwillige und einmalige Arbeiten vorstellen.

Eine Tour de Force durch die Kunstgeschichte unternimmt Lilibeth Cuenca. Wenn die philippinisch-dänische Künstlerin in „13 Reenactments“ legendäre Performances von Ikonen wie Yves Klein, Yoko Ono oder Nam June Paik neu erweckt, ist das weniger belehrend, sondern unterhaltsam und nährend. Denn die Künstlerin hat das Happening mit einer eigenen Kreation sowie einer Kochshow erweitert, bei der ihr „Familienclan“ an den Töpfen steht. Zu den Pionierinnen gehört die Amerikanerin Joan Jonas (Foto), die eine neu eingerichtet Version ihrer szenischen Installation „The Shape, The Scent, The Feel of Things“ zeigt. Aus Zeichnungen, Videoprojektionen, Geräuschen, Musik und Bewegung entsteht ein bildgewaltiges Stück. Auslöser dafür war ein Vortrag des Ikonologie-Pioniers Aby Warburg über die Schlangenzeremonie der Hopi-Indianer. Jonas resümiert in dem Werk ihre lebenslange Recherche zum Verhältnis von Tanz und Ritual. Sandra Luzina

Haus der Kulturen der Welt, Do 12.6. bis Sa 21.6., Joan Jonas: Do-Sa 12.-14.6., 20 Uhr, 15/10 €, Lilibeth Cuenca: Sa 21.6., 17 Uhr, Eintritt frei

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