Der Tagesspiegel : Persius-Villa Schöningen droht Abriss

An der Glienicker Brücke eskaliert der Streit

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Potsdam - Der Eigentümer der Villa Schöningen an der Glienicker Brücke hat damit gedroht, das leer stehende Bauwerk abzureißen, sollte das Potsdamer Stadtparlament ihm die geplante Bebauung des Nachbargrundstücks der Villa mit fünf Stadtvillen untersagen. Dann sei er gezwungen, sein „Recht zum Abriss der Villa Schöningen wegen wirtschaftlicher Unzumutbarkeit der Erhaltung dieses Baudenkmals durchzusetzen“, schreibt der Eigentümer Dieter Graalfs in einem Brief an die Fraktionschefs des Stadtparlaments. Ein entsprechendes Sachverständigengutachten liege vor, so Graalfs weiter. Er bitte die Stadt, nicht wie geplant am kommenden Mittwoch einen Bebauungsplan für das Gelände zu beschließen, der ihm den Bau der Villen untersagen würde.

Vor knapp einem Jahr hatten sich Graalfs und die Stadt darauf geeinigt, dass dieser die Einnahmen aus der Vermietung der fünf Stadtvillen nutzen würde, um die Villa Schöningen zu sanieren. Gegen die Neubauten gab es jedoch erhebliche Proteste, sodass die Stadtverordneten im Juni entschieden, nur noch ein Gebäude in der Nachbarschaft der von Ludwig Persius errichteten Villa Schöningen zu genehmigen. Dann aber, argumentiert Graalfs, würden die Mieteinnahmen nicht ausreichen, um die Villa Schöningen zu sanieren, die er bereits 1995 erworben hat.

Die Villa Schöningen ist Bestandteil des Potsdamer Weltkulturerbes. Einem Abriss müsste die Denkmalschutzbehörde zustimmen. Gegen den Beschluss könnte Graalfs klagen. SCH

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