Personalwechsel : Energie Cottbus stellt neuen Trainer vor

Heute präsentiert Bundesligist Energie Cottbus seinen neuen Chefcoach. Bisher wurde nur offiziell bestätigt, dass er aus Osteuropa kommt. Aber ein Name ist auch schon durchgesickert.

Jens Mende[dpa]

CottbusEnergie Cottbus hat nach Informationen der "Lausitzer Rundschau" den Slowenen Bojan Prasnikar als Nachfolger für den beurlaubten Cheftrainers Petrik Sander gefunden. Der Fußball-Bundesligist gab am späten Donnerstagabend eine Einigung bekannt, nannte aber noch keinen Namen. Wie die Zeitung schrieb, trainierte der 54-jährige Prasnikar schon drei Mal die Nationalmannschaft Sloweniens. Manager Steffen Heidrich, der noch in der Nacht die letzten Details klärte, bestätigte offiziell zunächst nur, dass der Trainer aus Osteuropa kommt. Der neue Coach soll heute um 14:30 Uhr auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden.

Energie ist in dieser Saison noch ohne Sieg, die Fans sind verstimmt - der neue Trainer hat viel Arbeit. Auch am Tag nach der 0:5-Vorführung bei Bayern München war von einem Nachfolger des beurlaubten Sander in Cottbus zunächst nichts zu hören und zu sehen, der Favorit hatte sich Bedenkzeit erbeten. Bundesliga-Neuling Prasnikar war von Juni 1991 bis Dezember 1993 erster Nationaltrainer Sloweniens nach der Unabhängigkeit und übte dieses Amt anschließend noch zwei Mal aus (1998 von Januar bis Juli und 2002 bis 2004). Derzeit ist Prasnikar beim slowenischen Erstligisten NK Primorje unter Vertrag, besitzt dort angeblich aber eine Ausstiegsklausel. Nach zehn Spieltagen liegt Primorje auf Rang sechs.

Wer am Sonntag auf der Bank sitzt, ist noch unklar

"Wir arbeiten in der gebotenen Eile, wollen aber nichts überstürzen", hatte Lepsch noch nach der zweithöchsten Erstliga-Pleite des Tabellenletzten erklärt. Nur im Februar 2002 hatte Energie schon einmal höher verloren - mit 0:6 ebenfalls in München. Ob der neue Cheftrainer schon übernimmt oder Interimscoach Heiko Weber, der gestern beim Auslaufen vor allem die psychischen Wunden seiner Spieler pflegen musste, das Cottbuser Team am Sonntag im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt betreuen wird, ist noch unklar.

Obwohl Heidrich im "Kicker" erstmals offiziell bestätigte, dass der erste Wunschkandidat Jürgen Kohler den Cottbusern kurz vor der geplanten Präsentation von der Schippe gesprungen war, unterstrich Lepsch: "Es ist nicht korrekt, dass kein Trainer nach Cottbus will." In Slowenien war Prasnikar für verschiedene Vereine tätig. Seine beste Zeit als Clubtrainer erlebte er bei NK Maribor (1996 bis 2000). In der Saison 1999/2000 führte er Maribor als ersten und bislang einzigen Club Sloweniens in die Gruppenphase der Champions League.