Pestizide : Gift-Obst für EU-Parlamentarier

Um die Dringlichkeit eines neuen Pestizid-Verbots zu demonstrieren, haben Umweltschützer im Supermarkt des EU-Parlaments das Obst unter die Lupe genommen. Zutage kam ein beachtlicher Gift-Cocktail.

Obst
Giftige Früchte im Supermarkt nahe des EU-Parlaments. -Foto: ddp

BrüsselKurz vor einer Abstimmung zum Verbot giftiger Pestizide in Lebensmitteln im Europaparlament haben Umweltschützer in einem Abgeordneten-Supermarkt einen wahren Gift-Cocktail gefunden. Acht Fruchtproben in dem Geschäft im Brüsseler Parlamentsgebäude waren mit 28 verschiedenen Pestiziden belastet, wie das Pesticide Action Network Europe (PAN) mitteilte. Darunter waren zehn krebserregende Stoffe. Die Giftspuren in Aprikosen, Weintrauben und Orangen lagen demnach über den zulässigen EU-Höchstwerten. "Diese Früchte hätten nie verkauft werden dürfen", erklärte Pan-Sprecher Elliott Cannell. Das Pesticide Action Network Europe ist ein Dachverband von 600 europäischen Verbraucherschutz- und Umweltverbänden.

Die höchste Belastung wiesen dem Netzwerk zufolge belgische Erdbeeren auf: Sie enthielten einen Cocktail von allein 14 Pestiziden, davon fünf krebserregend. Die Funde sind typisch: Nach Angaben des Verbands finden sich in vier von zehn Früchten und Gemüsesorten in der EU Pflanzengift-Rückstände. Eins von 30 Lebensmitteln dürfte nicht in die Läden gelangen. Das Netzwerk rief die Europaparlamentarier auf, Ende Oktober für die geplante EU-Verordnung zu stimmen, mit der Pflanzenschutzmittel verboten werden sollen, die Krebs erregen oder das Erbgut schädigen. (mit AFP)