Der Tagesspiegel : Petke fordert zum Duell CDU: Bewerber um Vorsitz treffen direkt aufeinander

Michael Mara

Potsdam - Nicht nur im CDU-Kreisverband Oder-Spree wird das erste Rededuell zwischen Ulrich Junghanns und Sven Petke mit Spannung erwartet: Am heutigen Freitagabend werden sich die Kandidaten für den CDU-Landesvorsitz im Gasthaus Silke in Herzberg erstmals der Basis stellen. Jeder hat 20 Minuten Redezeit, dann sollen der Wirtschaftsminister und der Ex-Generalsekretär unter Ausschluss der Öffentlichkeit Fragen der Mitglieder beantworten. Kreischef Rolf Hilke prophezeit: „Es wird sehr voll werden.“ Eine Prognose über den Sieger will er nicht abgeben. Auch die gespaltene Potsdamer Parteispitze ist gespannt.

Als sicher gilt, dass sich die beiden Kandidaten nicht persönlich angreifen werden. Die Parteibasis hätte dafür kein Verständnis. Die Stimmung in seinem Kreisverband sei nach den Schlagzeilen der letzten Wochen „nicht rosig“, sagt Hilke. Auch der scheidende Vorsitzende Jörg Schönbohm beschreibt die Situation in der Partei als „nach wie vor schwierig“. Andere CDU-Politiker berichten, dass es Parteiaustritte gebe, so in Potsdam „wegen des Umgangs mit Jörg Schönbohm“.

Petke, gegen den Staatsanwaltschaft und Innenministerium wegen der E-Mail-Affäre ermitteln, hat gerade erst wieder den Zorn auf sich gezogen, weil er einen Untersuchungsbericht, der nur an Vorstandsmitglieder und Kreisvorsitzende verschickt wurde, an Parteitagsdelegierte versandt hat. Er habe das nur auf Anfrage getan, verteidigte er sich in der Fraktion. Doch dem widersprachen der Potsdamer CDU-Kreischef Wieland Niekisch und andere Petke-Kritiker. Verwundert sind manche Christdemokraten auch darüber, dass Parteiteitagsdelegierte von Petke zu ihren Geburtstagen neuerdings eigens gedruckte Glückwunschkarten erhalten. Seine Gegner behaupten, dass er beim Rücktritt als Generalsekretär eine Kopie der Mitgliederdatei „mitgenommen“ habe – „das würde zu ihm passen“.

Berichte, dass die Ermittlungen gegen Petke wegen Datenunterdrückung vor der Einstellung stehen, wollte die zuständige Cottbuser Staatsanwaltschaft gestern nicht bestätigen. „Die Ermittlungen dauern an“, hieß es. Das bestätigte auch Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg. Schönbohm erklärte gestern, er sei „zuversichtlich“, dass am 27. Januar sein Favorit Ulrich Junghanns zum Parteivorsitzenden gewählt werde. Schönbohm will Junghanns dann auch das Amt des Vize-Regierungschefs überlassen.

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