Philippinen : Bombenanschlag im Parlament von Manila

Bei einer Bombenexplosion im Parlament der Philippinen sind zwei Menschen getötet und mindestens zehn weitere verletzt worden. Hinter dem Anschlag stecken möglicherweise die islamistischen Abu-Sayyaf-Rebellen.

ManilaDie Explosion ereignet sich Polizeiangaben zufolge direkt nach einer Parlamentssitzung in der Hauptstadt Manila um kurz nach 20 Uhr Ortszeit. Bei den Toten handelt es sich nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern und örtlichen Radiosendern um den Abgeordeneten Wahab Akbar, der in der Vergangenheit mehrfach mit dem Tod bedroht wurde, und den Fahrer eines Abgeordneten. Die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo ordnete unmittelbar nach dem Anschlag eine Untersuchung an.

Akbar war Abgeordneter der Insel Basilan, auf der Regierungstruppen gegen Rebellen der islamistischen Abu Sayyaf kämpfen. Die Gruppierung steht dem Terrornetzwerk Al Qaida von Osama bin Laden nahe. Der Fahrer starb in einem parkenden Fahrzeug, das in der Nähe des Gebäudes stand und von umherfliegenden Trümmern getroffen wurde. Unter den Verletzten sollen sich mindestens zwei weitere Parlamentarier befinden.

"Gewaltige Explosion"

Der Sprecher des Abgeordnetenhauses, José de Venecia, sagte einem örtlichen Radiosender, die Bombe sei im Südflügel des Gebäudes explodiert und habe Teile des Eingangsbereichs zerstört. Der Parlamentarier Joel Villanueva sprach von einer "gewaltigen Explosion", zu deren Zeitpunkt sich aber weniger als 50 der 275 Abgeordneten im Parlamentsgebäude aufgehalten hätten.

Sicherheitskräfte riegelten das Gebäude ab und errichteten Kontrollpunkte rund um Manila. Arroyo beauftragte den nationalen Polizeichef, die Untersuchung des Vorfalls persönlich zu überwachen und die Ursache der Explosion herauszufinden, wie ihr Sprecher Ignacio Bunye vor Journalisten sagte.

Im vergangenen Monat waren bei einer schweren Explosion in einem belebten Einkaufszentrum in Manila elf Menschen getötet und mehr als 100 weitere verletzt worden. Die Polizei vermutete zunächst einen Bombenanschlag, sprach später allerdings von einem Unfall. (mit AFP)