Piraterie : Schäuble für Einsatz von Eliteeinheiten

Im Kampf gegen die Piraten vor Somalia setzt Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) einem Medienbericht zufolge auf KSK-Soldaten und Kampfschwimmer.

BerlinDer CDU-Politiker wolle die Spezialeinheiten auf deutschen Marineschiffen im Indischen Ozean stationieren, berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Bei Entführungen sollten sie umgehend eingreifen und diese beenden, bevor sich die Piraten in einen sicheren Hafen zurückziehen könnten, habe Schäuble Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) vorgeschlagen.

SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte der Zeitung BZ am Sonntag, die Bundesregierung müsse den Spezialeinheiten der Bundeswehr und der GSG-9 der Bundespolizei eine bessere Logistik zur Verfügung stellen, damit sie schneller vor Ort einsetzbar seien. Schiffe sollten verstärkt im Konvoi fahren. Im Gegenzug müssten deutsche Reeder aber auch unter deutscher Flagge fahren und in Deutschland Steuern bezahlen.

Die Bundesregierung hatte eine Geheimoperation der Polizeieinheit GSG 9 zur Befreiung des vor Somalia gekaperten deutschen Schiffes Hansa Stavanger Anfang Mai gestoppt, weil sie die Gefahr für die Geiseln als zu groß erachtete. Hintergrund war die Weigerung der USA, den Einsatz logistisch zu unterstützen.

Dem Spiegel zufolge hatten die GSG-9-Kämpfer am Abend vor der endgültigen Absage auf einem US-Hubschrauberträger eine Generalprobe für die Befreiung durchgeführt. GSG-9-Chef Olaf Lindner habe das Ergebnis als "hervorragend" an das Bundesinnenministerium gemeldet.

Für den Einsatz habe Lindner die Nachtstunden zum 1. Mai geplant gehabt, berichtete der das Magazin. Dazu sei es nicht mehr gekommen, weil der Sicherheitsberater der US-Regierung, James Jones, die Aktion abgeblasen habe. (rf/dpa/Reuters)