Der Tagesspiegel : Pitbull-Halter stach Radler nieder

Angeklagter bestritt die Tat vor Gericht

-

Angeklagter bestritt die Tat vor Gericht Berlin - Es war eine berechtigte Forderung: „Leinen Sie den Hund an“, verlangte die Frau, als ihr ein Pitbull vors Rad gelaufen war. Kampfhunde müssen grundsätzlich angeleint sein. Der Verlobter der Frau wollte ihr helfen. Wenig später lag der 35-Jährige lebensgefährlich verletzt am Boden. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft war es Karzan M., der ein Messer zog und Oliver Z. in den Bauch stach. Seit gestern muss sich der 27-Jährige wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten.

Der Vorfall ereignete sich am 9. Juli vorigen Jahres. Der Neuköllner Z. und dessen 40-jährige Verlobte waren mit Fahrrädern auf der Hermannstraße unterwegs. Die Fahrbahn war wegen Bauarbeiten eingeengt. Plötzlich tauchte ein unangeleinter Pitbull auf. Nur knapp konnte die Frau einen Sturz verhindern. Daraufhin sprach sie den Besitzer des Hundes an. Dieser aber soll sofort handgreiflich geworden sein. Zunächst habe Karzan M. mit der Hundeleine Richtung Z. geschlagen, dann ein 14 Zentimeter langes Wurfmesser gezogen, hieß es in der Anklage.

Neben Karzan M. sitzt nun sein zwei Jahre jüngerer Bruder mit auf der Anklagebank. Karwan M. soll Z. mit der Faust geschlagen haben. Zu den Vorwürfen aber wollten sich die aus dem Irak stammenden Brüder nicht weiter äußern. Einer der Verteidiger erklärte am Rande des Prozesses, dass die Angeklagten gar keinen Hund hätten. Der Prozess wird am 30. Januar fortgesetzt.

Die Zahl der Hundeangriffe nimmt seit Jahren ab – 1999 waren es 1800 Fälle, 2005 nur noch knapp 900, doch schwere Vorfälle gibt es immer wieder. Vergangenen Sommer hatte ein Kampfhund einen Polizisten verletzt, im November biss ein unangeleinter Pitbull einem kleinen Jungen einen Finger ab. Wenig später mussten Beamte in Grünau ein Tier in Notwehr erschießen. K.G/hah

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben