Der Tagesspiegel : Pitbull-Opfer: Tod nach tiefen Depressionen

ste

Der Tod des im Juni 1997 durch eine Kampfhunde-Attacke schwer verletzten Füstenwalders Manfred Rasch ist nicht auf eine Operation des Gesichtes zurückzuführen. Das erklärte die Geschäftsführung des Humaine-Klinikums in Bad Saarow-Pieskow, wo Rasch mehrfach behandelt worden war. Es sei ein Eingriff an einem anderen Körperteil notwendig geworden. Über Einzelheiten der Operation und der Todesursachen wollte die Klinikleitung mit Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht auf Anfrage keine Angaben machen.

Rasch war beim Angeln am Rande seiner Heimatstadt von den Hunden zweier Männer regelrecht im Gesicht zerfleischt worden. Er war aufgefordert worden, Zigaretten herauszugeben, hatte dies aber nicht getan. Daraufhin hetzten die Männer ihre Pitbulls auf den durch eine vorangegangene Rempelei am Boden liegenden Mann.

Vor dem Landgericht in Frankfurt (Oder) erhielten die beiden Männer lediglich Geldstrafen von 1200 Mark und eine Verurteilung zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Das Opfer dagegen war für sein ganzes Leben zur Unkenntlichkeit entstellt worden. In Ostbrandenburg kam es deshalb zu vielen Unmutsäußerungen über das milde Urteil. Zeitweilig erhielt die betroffene Richterin sogar Polizeischutz.

Das Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und verwies den Fall zur erneuten Verhandlung, diesmal vor dem Cottbuser Landgericht. Es sprach Strafen von vier Jahren beziehungsweise vier Jahren und fünf Monate für die beiden Männer aus, die allerdings Revision einlegten.

Wie von Angestellten des Klinikums zu erfahren war, befand sich Manfred Rasch in den vergangenen Monaten in einer tiefen Depression. Mehrere Operationen hatten sein ursprüngliches Gesicht nur unwesentlich wieder herstellen können.

0 Kommentare

Neuester Kommentar