Der Tagesspiegel : Plattner rettet High-Tech-Firma vor der Pleite

Milliardär übernimmt Uwe Braun GmbH. Aus für geplantes Innovationszentrum in Potsdam

Guido Berg

Potsdam/Lenzen - Noch im August feierte die Uwe Braun GmbH in Potsdam Richtfest für eine neue Forschungs- und Produktionsstätte. Nun wurde bekannt, dass die von ihrem Gründer Uwe Braun geführte High-Tech-Firma zuletzt kurz vor der Insolvenz stand – und nur gerettet wurde, weil sie der Software-Milliardär Hasso Plattner kaufte. Die Arbeitsplätze der 40 Mitarbeiter am Stammsitz Lenzen sind gerettet. Das fast fertige Gebäude im Potsdamer Stadtteil Golm aber, wo Braun ein Innovationszentrum einrichten wollte, wird nun nicht von dem Unternehmen genutzt.

Das 1995 gegründete Licht- und Lasertechnikunternehmen Uwe Braun GmbH stellt unter anderem visuelle und digitale Kontrollsysteme für hochpräzise Oberflächenmessungen an. Mit seinen Prüfverfahren hat es das Unternehmen zum weltweiten Technologieführer geschafft und mehrfach den Brandenburger Innovationspreis gewonnen. Seine Anlagen stehen in den Fabriken großer Autohersteller in Deutschland, den USA und Asien. Sie helfen Geld sparen, in dem sie selbst kleinste Fehler in der Produktion, etwa Makel im Lack, umgehend melden.

Hasso Plattner, Mitgründer des Software-Unternehmen SAP, besaß bereits eine Beteiligung an der Uwe Braun GmbH von 25,1 Prozent. Diese habe er nun auf 100 Prozent aufgestockt, sagte Unternehmenssprecher Hans-Joachim Allgaier. Zuvor habe es bereits mehrere Liquiditätshilfen Plattners für das Unternehmen gegeben. Als Grund für die drohende Insolvenz nannte Plattners Bevollmächtigter Gerhard Burkhardt eine „Umsatzentwicklung, die zuletzt erheblich hinter den Planungen zurückgeblieben ist“. Der Übernahmevertrag sei am 31. Dezember 2007 unterzeichnet worden, sagte Burkhardt. Uwe Braun sei als Geschäftsführer ausgeschieden, werde aber mit seinem technologischen Wissen dem Unternehmen weiter verbunden bleiben. Nach zwei Jahren kann Braun eine Option ziehen und zehn Prozent der Anteile für den symbolischen Preis von einem Euro zurückkaufen.

Auch das geplante Forschungszentrum in Potsdam-Golm wurde von Plattner finanziert. Nachdem Uwe Braun nun als Nutzer ausfällt, werde mit mehreren Interessenten für das 28 Millionen Euro teure Gebäude verhandelt, sagte Burkhardt. Guido Berg

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