Der Tagesspiegel : PNN: Potsdams festliche Nachrichten

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Es war ein Vergleich, der beim Fest zum 50-jährigen Jubiläum der "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (PNN) am Dienstagabend oft bemüht wurde: Die PNN als "David", der sich gegen den Goliath auf dem heißumkämpften Pressemarkt der brandenburgischen Landeshauptstadt als unabhängiges und kritisches Medium tapfer behauptet und selbstbewusst neue, ehrgeizige Ziele anpeilt. Gut 450 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur des Landes waren zum Festakt im Nikolaisaal erschienen, darunter Brandenburgs Vizeregierungschef Jörg Schönbohm (CDU) und Potsdams Oberbürgermeister Matthias Platzeck (SPD), um der Tagesspiegel-Tochter zu gratulieren.

Am 1.Mai 1951 war die erste Ausgabe der "Brandenburgischen Neuesten Nachrichten" - so der damalige Titel - erschienen. Die PNN sei heute aus dem Medienmarkt nicht mehr wegzudenken, sagte Schönbohm, der im Namen der Landesregierung gratulierte. Dass die PNN nach der Wende als eine der wenigen früheren Blockparteizeitungen überlebte, sei alles andere als eine Selbstverständlichkeit gewesen, sagte PNN- und Tagesspiegel-Geschäftsführer Joachim Meinhold. Er verwies auf die schwierige wirtschaftliche Situation in den Anfangsjahren. Heute sei selbst für den Tagesspiegel die engagierte Tochter in Potsdam oft ein Vorbild: "Von Potsdam lernen, heißt siegen lernen." Er teilte mit, dass die PNN, deren Auflage von 16 000 Exemplare nachhaltig steige, in diesem Jahr erstmals schwarze Zahlen schreiben werde. Platzeck verwies darauf, dass die PNN "Qualitätsstandards" setze. Der umkämpfte Medienmarkt in Potsdam sei für ostdeutsche Verhältnisse keineswegs selbstverständlich, aber für die Stadt von Vorteil. Zwar sei zu DDR-Zeiten auch die damalige BNN "kräftig rot" gewesen, erinnerte Platzeck. Doch habe das Blatt damals im Rahmen der Möglichkeiten eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt. Heute sei die "Markische Allgemeine Zeitung" zwar der Marktführer in Potsdam, formulierte PNN-Chefredakteur Michael Erbach den Anspruch. "Aber wir sind der Meinungsführer."

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