Pokal-Sensation : St. Pauli schaltet Bayer Leverkusen aus

Die erste Runde des DFB-Pokals hat ihre erste kleine Sensation: der frischgebackene Zweitligist FC St. Pauli hat Favorit Bayer Leverkusen besiegt. Das Tor für die Hanseaten fiel kurz vor Schluss.

Britta Körber[dpa]
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Der Paulianer Fabian Boll jubelt über seinen Siegtreffer in der 87. Minute gegen Leverkusen. -Foto: dpa

HamburgFavoritenschreck FC St. Pauli hat den Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen ausgeschaltetet und in der ersten Runde des DFB-Pokals für die erste große Überraschung gesorgt. Für die zweikampfstarken Hamburger war Fabian Boll in der 87. Minute zum 1:0 (0:0) erfolgreich. Der UEFA-Cup-Teilnehmer tat sich im mit 14.908 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Millerntor-Stadion über die gesamte Spielzeit schwer und schied völlig verdient aus.

Mit 1100 Schlachtenbummlern im Rücken, aber ohne den chilenischen Neuzugang Arturo Vidal (Trainingsrückstand) und die angeschlagenen Paul Freier, Lukas Sinkiewicz, Sergej Barbarez sowie Carsten Ramelow trat die Werkself auf der Baustelle Millerntor an. Wegen des Umbaus des maroden Stadions klafft eine Riesenlücke vor der ehemaligen Südtribüne, die bis zum Winter fertig gestellt sein soll. Der Verein musste Einnahmeverluste hinnehmen. Die Teilnahme an der ersten Pokalrunde brachte immerhin schon 54.000 Euro ein. Entschuldet hat sich der lange Zeit klamme Kiez-Club in der Pokalrunde 2005/2006, als man Burghausen, Bochum, Berlin und Bremen schlug und gegen Bayern München erst im Halbfinale ausschied.

St. Pauli kämpferisch

DFB-Pokal Pauli Leverkusen
Fast 15.000 Zuschauer verfolgten auf der "Baustelle" Millerntor das DFB-Pokal-Spiel gegen Leverkusen. -Foto: dpa

Von dem Kampfgeist der legendären Pokalspiele zeigte der Zweitliga-Aufsteiger besonders in den ersten 45 Minuten Ansätze, auch wenn Alexander Ludwig, Morike Sako, Abdou Sall, Florian Lechner (alle verletzt) und Kapitän Fabio Morena (gesperrt) fehlten. Bereits nach vier Minuten hätte der Gastgeber durch Fabian Boll in Führung gehen können, doch der Kopfball verfehlte das Gehäuse von Bayer-Keeper René Adler. Eine Klasse-Chance vergab der starke Ex-HSV-Spieler Charles Takyi (21.), der die gesamte Leverkusener Abwehr ausschaltete und erst von Adler gebremst werden konnte.

Leverkusen hatte seine ersten Möglichkeiten durch Stefan Kießling (21.) und Theofanis Gekas (28.), Kapitän Bernd Schneider (47.) zielte sogar nur Zentimeter am Tor von Patrik Borger vorbei. Der Keeper war zur Stelle, als Kießling nach einer guten Vorlage von Schneider scheiterte. Frei vor Adler vergab auch St. Paulis Brunnemann (63.) eine Chance. Erst Boll nutzte ein Durcheinander im Strafraum zur Entscheidung kurz vor Schluss.