Politbarometer : Union weit vorn

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würde es für eine schwarz-gelbe Regierung reichen. Nur 24 Prozent der Befragten wünschen eine Fortsetzung der große Koalition.

BerlinDie Union geht mit einem klaren Umfragevorsprung in die zweite Hälfte der Legislaturperiode. CDU und CSU liegen in der Sonntagsfrage elf Prozentpunkte vor der SPD. Die bisherige Arbeit der Koalition wird von den Bürgern differenziert bewertet. Unzufrieden sind sie mit der Rentenpolitik, geteilte Bewertungen gibt es in der Arbeitsmarktpolitik. Lob überwiegt in der Wirtschafts- und Familienpolitik.

Die Liste der zehn wichtigsten Politiker führt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weiter an. Dahinter folgen mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Finanzminister Peer Steinbrück zwei SPD-Minister. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) liegt auf Platz vier vor Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) und SPD-Chef Kurt Beck. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) kommt auf Platz sieben vor FDP-Chef Guido Westerwelle und CSU-Chef Edmund Stoiber. Schlusslicht ist Oskar Lafontaine. Der Parteichef der Linken ist erstmals seit zwei Jahren wieder auf der Liste. Er ersetzt Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD).

Sonntagsfrage: Schwarz-gelb möglich

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union wie im Juli auf 40 Prozent, den höchsten Wert seit Mai 2006. Die SPD verharrt bei 29 Prozent, wie das ZDF mitteilte. Die FDP erhielte weiterhin neun Prozent. Die Linke kommt auf neun Prozent (-1), die Grünen könnten weiter mit neun Prozent rechnen. Damit ergibt sich rechnerisch ein Verhältnis von 49 zu 46 Prozent für ein schwarz-gelbes Regierungsbündnis vor einer rot-rot-grünen Koalition.

In der "politischen Stimmung", bei der langfristige Parteibindungen und taktische Überlegungen der Wähler außen vor bleiben, verschlechtert sich die Union leicht um zwei Punkte auf 43 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch sechs Punkte zugelegt hatte. Die SPD steigert sich leicht von 29 auf 30 Prozent. Die FDP liegt unverändert bei sieben Prozent, die Linke bei acht Prozent. Die Grünen kommen ebenfalls auf acht Prozent (-1).

Nur 24 Prozent für eine Fortsetzung der Großen Koalition

Nach der nächsten Bundestagswahl wünschen 24 Prozent eine Fortsetzung der Koalition aus Union und SPD. 19 Prozent favorisieren ein Bündnis aus Union und FDP. 14 Prozent wollen Rot-Grün. 26 Prozent lassen die Antwort offen.

Unterschiedliche Zustimmungswerte erhält die große Koalition bei wichtigen Politikfeldern. Beim Thema Arbeitslosigkeit sind die Bürger gespalten. 47 Prozent glauben, dass die Regierung einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Probleme leistet, 48 Prozent verneinen dies. Mit der Rentenpolitik sind nur 15 Prozent zufrieden, aber 78 Prozent unzufrieden. Immerhin 59 Prozent sind der Meinung, die Koalition trage viel zur Belebung der Wirtschaft bei, 35 Prozent bezweifeln dies. Die Familienpolitik wird von 52 Prozent positiv gesehen, 42 Prozent sind anderer Ansicht. Befragt wurden von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen in dieser Woche 1267 Wahlberechtigte. (mit ddp)