Politik : … Apollo 11 doch noch startet

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Es stellt sich heute die Frage, wo die Menschheit ohne Kugelschreiber wäre. Keinen Schritt weiter, keinen kleinen, keinen großen. Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin würden immer noch in ihrem Boot „Eagle“ im „Meer der Ruhe“ dümpeln, man mag sich nicht vorstellen, in welchem Zustand. Eine Bootsfahrt, die am 20. Juli 1969 begann und immer noch nicht beendet wäre, nein, das wäre keine christliche Seefahrt. Und doch, beinahe …

Der Kugelschreiber: Vorne in der Spitze ist eine Kugel. Die bekleckert sich innen im Kugelschreiber mit Tinte, dreht sich, transportiert die Tinte auf diese Weise nach außen, und dann kann man mit der Tinte schreiben. Es gibt dick schreibende Kugelschreiber, mit Kugeln, die 1,4 Millimeter groß sind, damit kann man fette Striche machen. Es gibt kleinere, 0,7 Millimeter Umfang, für die feinere Feder. Die aber immer noch grob ist gegenüber der japanischen: 0,2 Millimeter, damit werden dann Haikus verfasst oder ähnlich filigranes Zeug. Manchmal reicht eine Mine 10 000 Meter weit. Das ist verdammt weit, reicht aber bei weitem nicht für einen Strich von der Erde zum Mond. Dafür bräuchte man etwa 40 000 Kugelschreiber, aber wer will das schon, einen Strich ziehen von hier bis da oben?

Gut für Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin, dass sie einen Kugelschreiber mithatten, damals, als sie zum Mond flogen. Und dass sie da waren, setzen wir mal voraus, allen Verschwörungstheorien zum Trotz. Als Buzz Aldrin so für sich hin auf den Mondstaub guckte, er mag wohl gesonnen haben über Nutz und Frommen des Seins auf Erden und dem Monde, da entdeckte er, wie er jetzt, 79-jährig, einem britischen Fernsehteam berichtete, einen kleinen Plastikschalter. Abgebrochen, im Staub verreckt, dabei war er so wichtig. Laut Aldrin muss er nämlich eine Art Startknopf gewesen sein, ohne den Apollo 11 den Heimflug nicht hätte antreten können. Aldrin griff zum Kugelschreiber, zum „Fisher Space Pen“, Vollmetall, mit der Tinte in einem versiegelten Druckbehälter, so dass sie auch alle möglichen Temperaturen aushält. Mit diesem Stiftchen ersetzte Aldrin den Schalter und startete die Maschinen. Puh, das war knapp.

Was lehrt uns das? Erstens: Die Amerikaner sind technisch gar nicht so dolle, wie sie immer tun. Zweitens: Es sind die kleinen Dinge, die die Welt bewegen. Und drittens: Die Theoretiker, die behaupten, die Mondlandung sei lediglich fürs Fernsehen inszeniert worden, haben keine Chance. Der Schalter müsste da oben noch irgendwo rumliegen.uem

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