Politik : … das Bier knapp wird

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Vom Trappisten wissen wir, dass es sich dabei um einen abgeschiedenen, asketischen, der Landwirtschaft und Gott verpflichteten Mönch handelt. Gott hat es ihm gedankt und ihn mit der Gabe versehen, fantastisches Bier zu brauen. Trappistenbier hat so zwischen sechs und zwölf Prozent, das würde reichen für die gehörige Stimmung auf den heutigen diversen Politischen Aschermittwochen. Geht aber nicht, weil Trappistenbier blockiert ist, das heißt, die Telefonleitungen, durch die das Bier im belgischen Westvleteren bestellt werden kann, wegen Überlastung zusammengebrochen sind. Wem eine gute Lösung einfällt, erhält vom Abt zwei Kisten gratis. Es geht also weiter mit dem Saufen.

Der Hirsch macht es vor, er schert sich keinen Deut um innere und äußere Läuterung, der knallt sich’s Geweih zu, dass es nur so rauscht. 15 Biere? Da fängt der Hirsch erst richtig an zu röhren.Besonders der tschechische Hirsch kann es nicht lassen. Das ist insofern verständlich, weil es dort das gute Pilsener gibt und das Budweiser, und beide dem Trappistenbier nur wenig nachstehen. Aber wenn er’s auch saufen würde. Der Hirsch indes verschmäht das Bier, kaut lieber Raps und Rüben, und weil deren Blätter gerade gären, ist er besoffen.

So torkelt er in Rudeln durchs Böhmisch-Mährische, rumpelt da mal vor einen Baum, kippt hier in einen Graben, wird wohl auch dem einen oder anderen zarten Rehlein hinterherwanken und morgen von nichts mehr was wissen wollen. Alles in allem macht er seinem Jägermeister keine Ehre, es geht im Böhmerwald zu wie in Lloret de Mar bei den Abiturfeiern. Selbst jetzt, gerade jetzt, zu Beginn der Fastenzeit. Die Böhmisch- Mährische Waidmannsvereinigung ist verzweifelt, mahnt zur Mäßigung, zur Buße und Einkehr und hat ganzheitliches Futter ausgelegt, damit der Hirsch den gierigen Schlund vom Blatte lasse. Allein, wann hat ein Appell je genützt?

Sollte aber! Das Centrum für Reisemedizin hat darauf hingewiesen, dass besonders diese regionalen Geheimtipps, die man unbedingt probieren sollte, unbedingt zu meiden sind. In den Tropen und in Russland, aber wohl auch im Böhmerwald, können diese Cocktails reine Giftcocktails sein. Dem Hirsch hat das keiner gesagt. Der schluckt seinen zu Ethanol vergorenen Traubenzucker wie Wasser. Was zusammengenommen nur zur altbekannten Weisheit führt, dass ob im Karneval, bei Mönchens oder im Wald nirgendwo so viel gesoffen wird, wie überall. Aber nun ist Aschermittwoch.uem

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