Politik : … der Osten gesundet

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Heute ein paar Worte zur Schweizer Krankheit. Sie ist auch unter dem Namen Nostalgia bekannt, da ist es nicht mehr weit zur Ostalgie. Die Nostalgia wurde erstmals 1688 von Johannes Hofer in Basel beschrieben. Eine der bekanntesten Personen, die an Nostalgia erkrankte, ist Heidi, die sich im Frankfurter Exil nach ihren Bergen verzehrte. Nostalgia ist nämlich Heimweh. Eine andere bekannte Heimwehpatientin war Hildegard Knef. Die hatte noch einen Koffer in Berlin.

Wolfgang Tiefensee, der SPD-Minister, der Tag und Nacht den Osten aufbaut, wendet sich in diesen Tagen vehement gegen die Land- und Stadtflucht. Der Osten entvölkert. Um das zu verhindern, möchte Tiefensee, dass die Abwanderer an Nostalgia erkranken. Tiefensee verschickt nun „Heimatschachteln“ an 18- bis 30-jährige Magdeburger, die Stadt und Land verlassen haben oder es bald tun wollen. In den Schachteln liegen Gutscheine für Bars, Pröbchen von regionalen Produkten wie Spreewälder Gurken, Spee oder Zettis Knusperflocken, das sind die mit dem „knäckoladigem Geschmack“. Wer die Pakete öffnet, wird ostalgisch und bekommt Nostalgia. Genesung ist nur in Magdeburg und Umgebung zu haben.

Reicht das als Anreiz? Ein Vorschlag zur Optimierung: Wer kinderlos ist, ist zurzeit arm dran. Wissenschaftler, Ex-Staatsekretäre und CSU-Politiker fordern, dass kinderlosen Menschen die Rente um die Hälfte gekürzt wird. Das könnte ein Ansatz sein zur Wiederbevölkerung von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Ein Punktesammelsystem muss her. Um die Rentenkürzung auszugleichen oder zu mildern, muss man Punkte sammeln können, die man an Tankstellen erwirbt. Die meisten Punkte bekommt, wer in die Ödnis nach Pritzwalk, Quitzow, Brand oder Templin zieht. Das ist der Ort, aus dem unsere Kanzlerin kommt.

Neben vielen anderen Vorteilen werden die vielen Spaßbäder im Osten brechend voll sein, und das Tropical Island wird auch gerettet. Da es sich um 18- bis 30-jährige Menschen handelt, die mit Tiefensees Heimatschachtel nach Pritzwalk, Quitzow, Brand oder Templin gezogen sind, werden sie viel Freude aneinander haben. Mit den Gutscheinen können sie sich in Bars treffen und ihre Hemmungen fallen lassen. Dann können sie sich dem demografischen Problem widmen. Das macht auch viel Spaß. Und in etwas mehr als einem Jahrzehnt werden wieder viele junge Menschen mangels Arbeit die Region verlassen, um als nostalgische Punktesammler zurückzukehren. Vielleicht ja aus der Schweiz. uem

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