Politik : … die Vorsicht waltet

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Der Vorsitzende des Hamburger Hartmannbundes, Klaus Wagner, hat den Streik im öffentlichen Dienst mit Blick auf die Vogelgrippe kritisiert. Das beste was man in diesem Zusammenhang über Wagner sagen kann, ist wahrscheinlich, dass er wenigstens nicht die Vogelgrippe mit Blick auf den Streik im öffentlichen Dienst kritisiert hat. Das isses dann aber auch schon.

Wagner hat nun beste Aussichten, den begehrten „Vorsicht-ist-die-Mutter-der-Porzellan-Kiste-Award“ zu gewinnen. Denn seine Argumentation läuft im Wesentlichen längs des Gedankens, dass a) das Böse immer und überall ist und man b) potenzielle Gefahren nicht unnötigerweise auch noch vergrößern sollte.

Konkret denkt der Mann dabei an die Ratten, die sich nun in dem von der streikenden Müllabfuhr nicht abgeholten Abfall schneller vermehren und so das Vogelgrippevirus H5N1 weiter verbreiten könnten. Ratten verlassen gerne sinkende Schiffe, wie man weiß, dass sie sich mit H5N1 infizieren können, war bis heute neu, ficht wiederum Wagner aber nicht an. Er sagt: „Wir dürfen es nicht dulden, dass einige wenige Leute es in der Hand haben, die Gefährdung zu vergrößern.“

Wahrscheinlich denkt Wagner dabei weniger an Franz Beckenbauer als an Frank Bsirske, den schnauzbärtigen Verdi-Chef, der sich aus vogelgrippe- prophylaktischen Gründen auch mal lieber seinen Schnäuzer abrasieren sollte. Wer weiß, was sich da alles so verfängt.

An Beckenbauer denkt eher Franz-Josef Holzenkamp, der Agrarexperte der CDU. Gerne wüsste man, wie die weitere Karriere Holzenkamps verlaufen wird, denn er ist der Erste aus dem Regierungslager, der sich dieser Tage recht tapfer in die H5N1-verseuchte Vogelfluglinie geworfen hat, wenn man dieses Bild mal benutzen darf. Holzenkamp sagt: „Wenn der Virus so gefährlich wird, stehen die Menschen an erster Stelle und nicht die Fußball-WM!“ Mit ein wenig nachrichtensprachlichem Geschick lässt sich daraus „CDU ist für WM-Absage“ machen.

Holzenkamp. Franz-Josef. Mit Bindestrich. Wagner. Klaus. Wer weiß, schon bald wird man sie schätzen lernen, als umsichtige, rührige Rufer in der Wüste der Fahrlässigkeit – dann, wenn erst mal die Menschen vor den H5N1-infizierten Ratten in die nutzlos gewordenen Stadien fliehen werden, dabei stolpernd über die Müllberge einer selbstverliebten, den Hals niemals voll kriegenden Nation. Wagner, werden die Menschen dann rufen, Holzenkamp, meldet euch, wo seid ihr? Dann, wenn es wieder mal zu spät ist … Vbn

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