Politik : ... Houston wieder mal ein Problem hat

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Heute wären wir zum Beispiel nicht gerne in Houston, Texas. In Houston feiert heute George Bush der Ältere achtzigsten Geburtstag. Er hat beschlossen, an seinem Geburtstag mit dem Fallschirm abzuspringen, und zwar über der BirthdayParty, in Houston. Das konnten sie ihm einfach nicht ausreden. Er hat das auch schon am 75. Geburtstag gemacht, und im Zweiten Weltkrieg andauernd, weil er im Zweiten Weltkrieg nämlich Pilot war. Er ist natürlich nicht mehr ganz so fit wie damals. Deswegen springen links, rechts, über und unter George Bush dem Älteren junge, blitzmuntere Fallschirmprofis, die aufpassen, dass ihm nichts passiert. Es ist beim Fallschirmspringen genau umgekehrt wie bei den Renten. Bei den Renten muss ein Junger demnächst vier Alte versorgen, beim Fallschirmspringen kümmern sich vier Junge um einen Alten. Wenn George Bushs Gesicht plötzlich eine komische Farbe kriegt, rudern sie durch die Luft zu ihm hin und machen Mund-zu-Mund-Beatmung oder Herzmassage. Weil sie dann nicht mehr so gut auf die Flugrichtung achten können, landen sie womöglich mit Krawumm in der Innenstadt von Houston. Man geht nichts ahnend in Houston spazieren und wird plötzlich von einem knochigen Expräsidenten unangespitzt in den Boden gerammt.

Beim Invasionsjubiläum in der Normandie sind auch etliche hochbetagte Jubilare mit dem Fallschirm abgesprungen. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass der fallschirmspringende ältere Mitbürger ein Trend unserer Zeit ist. Es regnet Senioren. Wenn wir aus unseren Büros in der Potsdamer Straße nach draußen treten, schauen wir immer zuerst nach oben, ob nicht Heiner Geißler geflogen kommt. Die Kolleginnen hoffen natürlich, dass Johannes Heesters, der Nestor der Liebeskunst, vor ihnen landet.

Ja, die Alten werden immer sportlicher. Es liegt auch an der gesunden Ernährung. Den ganzen Tag Gemüse essen – das könnten wir Jüngere von den Älteren lernen. Vor ein paar Tagen ist Harald Schmidt in Berlin aufgetreten. Er sprach auch über die „Spiegel“-Bestsellerliste. Bisher war auf Platz eins „Das Methusalem-Komplott" von Frank Schirrmacher. Seit dieser Woche aber steht auf Platz eins „Moppel-Ich" von Susanne Fröhlich. Harald Schmidt sagte: „Die Fetten haben die Alten verdrängt."

Genau, es gibt immer mehr Alte und immer mehr Dicke! Falls Sie zufällig in Houston sind und ihnen jetzt gleich George Bush der Ältere auf den Kopf fällt: seien Sie froh, dass es wenigstens nicht Michael Moore ist. mrt

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