Politik : … Jauch in den Ring muss

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Weller? Weller? Weller? War das nicht jener Boxer, der dauernd UV-verseucht und mit gesäßbetonenden Satin–Höschen auch mal Weltmeister im Superfedergewicht wurde? „Der schöne René“ wurde er genannt, eben wegen dieses Outfits und wegen des vielen Goldgepränges, das seinen Körper schmückte, oder auch deshalb, weil er so aussah, wie sich Luden „schön“ vorstellen. Ach ja, der René, „wenn ich unten bin, ist unten oben“, hat er mal gesagt. Die diversen Zellen der Republik zum Beispiel waren in all den Jahren mitunter oben, weil René drin war. Natürlich, alles Justizirrtümer: Die Sache mit dem De Tomaso, den René gekauft hatte, der aber gestohlen war, weswegen er dumm dastand als Kopf einer Autoschieberbande, der René, nicht der De Tomaso. Dann hat er mal mit Schmuck und Goldkettchen gehandelt, irgendwie war das den Behörden auch nicht recht. Und vor ein paar Jahren die Sache mit dem V-Mann der Polizei. Kaufte der doch glatt fünf Kilo Kokain, die der schöne René umständehalber gerade bei sich hatte. Alles in allem hat das einerseits dazu geführt, dass der arme Kerl einmal klagte, er würde ja schon verurteilt, wenn er nur seine Großmutter duze, andererseits, dass Günther Jauch kürzlich mal im Fernsehen über Weller sagte: „Der sitzt ja dauernd im Knast.“ Das aber mochte der schöne René nicht auf sich sitzenlassen und ging vor Gericht. Wie gehabt, die Justiz und der René, die beiden können nicht so richtig miteinander. Auf jeden Fall wurde die Klage auf 31 300 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld abgewiesen. Ein Vergleichsversuch scheiterte.

Ach, der schöne, arme René. Verkannt ist er auch. Dabei hat er der Welt vieles schon mitgeteilt, oft sein Innerstes nach außen gekehrt. „Ich bin nicht blöd“, war so ein Satz, der der Welt die Augen öffnen sollte. Oder „René Weller“ wird nicht alt, ein Satz, der nur im Zusammenhang mit einer anderen Selbstanalyse zu verstehen ist: „Ich bin ja alter Christ.“ Es ist selbstverständlich, dass so einer auch in den Festspielhäusern zu Hause ist, schließlich weiß er, was sich gehört („Ich weiß ja schließlich, was sich gehört“, denn Weller über Weller: „Ich liebe die Kultur.“

Und nun hat René Günther Jauch zur Beendigung des Rechtsstreites in den Ring gebeten. „Wenn Jauch fünf Runden gegen mich kämpft, braucht er keinen Cent zu zahlen.“ Tja, was soll man dazu sagen? Am besten, man lässt René selber sprechen, wie es um ihn bestellt ist: „Am Kopf fehlt nichts.“uem

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