Politik : ...man mit dem Hund auf Trap kommt

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Papst Benedikt XVI. (78) hat Giovanni Trapattoni (66) für nächste Woche zum Weltjugendtag nach Köln eingeladen. (Nein, das ist noch nicht die Pointe, dann stünde sie ja am Schluss, das hier ist der Textanfang).

Trap zum Papst. Bitte, warum auch nicht? Da ist Benedikt XVI. nun wirklich frei in seinem Tun. Wer weiß schon, was er damit bezwecken will, vielleicht ist es sogar ein demonstrativer Akt. Bereits ein erster scheuer Blick auf die aktuelle Alterspyramide in Deutschland könnte schließlich die Vermutung nahe legen, dass der Heilige Vater sich womöglich anschickt, neue Definitionsräume für die Begriffe „Jugend“ respektive „Alter“ auszuleuchten.

Das wäre mutig. Und ein wenig zumindest würde Benedikt XVI. damit auf den Spuren des legendären Dressurreiters Josef Neckermann (Jahrgang 1912) wandeln, der schon früh und bis in die 70er Jahre hinein das zu Olympia gerne gebrauchte Wort von der dort antretenden „Jugend der Welt“ großzügig auszulegen pflegte; jedenfalls in eigener Sache. Aber das nur nebenbei.

Viel interessanter ist die von einem gewissen Pragmatismus geprägte Reaktion Trapattonis, als er von der Einladung des Heiligen Vaters erfuhr: „Wir trainieren vormittags, danach kann ich mit dem Zug hinfahren.“

Ja, mit dem ICE von Stuttgart aus zum Papst, das ist mittlerweile nun wirklich ein Klacks, wie sich überhaupt das oft gescholtene deutsche Transportwesen in letzter Zeit doch erfreulich zu entwickeln scheint. Bis zum nächsten Training bliebe Trap, eventuell auf dem Rückweg, falls sich Benedikt XVI. kurz genug fasst, sogar noch Zeit für einen Zwischenstopp in Mannheim. Lohnen täte sich das allemal, besonders für den Fall, dass er seinen Hund dabeihaben sollte. In Mannheimer Bussen und Bahnen dürfen Hunde nämlich künftig mit einer Zeitkarte fahren. Wer weiß, sollte Giovanni Trapattoni Gefallen daran finden, rentiert sich demnächst sogar ein Monatsticket. Müsste man mal durchrechnen, bei Gelegenheit.

Durchgesetzt, wie man hört, hat diese Regelung übrigens ein Rentnerehepaar, dass sich gehörig darüber ärgerte, jedesmal eigens ein Kinderticket lösen zu müssen, wenn es seinen Pitbull mit in die Kleingartenkolonie nehmen wollte. Das Tier verfügt nun über eine Zeitkarte mit Lichtbild (Kindertarif), was die Mobilität seiner Besitzer nachhaltig erleichtert.

Es würde jedenfalls niemanden verwundern, wenn die drei samt Lichtbildausweis schon nächste Woche auf dem Weltjugendtag anzutreffen wären. Vbn

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