Politik : … Pumuckl wieder da ist

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Wer oder was ein Klabautermann ist, sieht man doch schon am Namen. Auch wenn man seine Geistesbrüder, den Kalfatermann oder den Klabattermann zurate zieht, kommt man nur zu einem Schuss: Der Klabautermann ist männlich. Selbst Frau Pauli, die ja nun klabautermännlich rote Haare hat und klabautermäßig poltert und Schabernack treibt, macht aus dem munteren Schiffsbewohner keine Klabauterfrau.

Eine akademische Frage, ähnlich philosophisch wie die, ob Gott eine schwarze Frau ist? Mag sein. Zunächst mal ist die Frage nach dem Geschlecht Klabautermanns aber eine juristische. Einer der berümtesten Klabautermänner, wenn nicht sogar der berühmteste, wenngleich auch an Land gestiegen und in der Schreinerei Eder, München-Lehel, Widenmayerstraße 2, Rückgebäude, sesshaft geworden, einer der berühmtesten Klabautermänner also ist Pumuckl. Und um den, dessen Geschlecht und Heiratsfähigkeit streiten sie in diesen Tagen in München vor Gericht. Auf der einen Seite Ellis Kaut, die die Geschichten des kleinen Treibaufs mit einer Stimme wie von Hans Clarin aufgeschrieben hat. Auf der anderen Seite Barbara von Johnson, die den Wicht gezeichnet hat, ihm damit quasi Gesicht und Gestalt gab. Letztere hat einen Kindermalwettbewerb unterstützt, bei dem eine Freundin für Pumuckl gesucht wurde – das Kind mit dem schönsten Entwurf darf zur Belohnung an der Hochzeit des Pumuckl teilnehmen.

Doch, doch, Hochzeit. Der Kleine ist nämlich gar nicht mehr so klein, der ist mit seinen inzwischen 45 Jahren schon länger heiratsreif. Damals, im Februar 1962 hörte man das erste Mal von ihm im Bayerischen Rundfunk. Ob er auch heiratswillig ist, ist eine andere Frage. So wie sich der Anarcho bislang gebärdet hat, dürfte es eher auf eine wilde Ehe ohne gesetzliche oder gar kirchliche Legitimation hinauslaufen.

Hochzeit, Konkubinat, Ellis Kaut will nichts von alledem wissen. Ihr Pumuckl soll ledig und einsam bleiben, was jetzt das Landgericht München I entscheiden soll. Pumuckl, so Ellis Kaut, „ist und bleibt ein Nachfahre der Klabauter, also ein Geistwesen. Grundsätzlich haben Geistwesen kein ausgeprägtes Geschlecht.“ Man kann natürlich einwenden, dass der Frage, ob und wie es Geister treiben, grundsätzlich noch niemand auf die Spur gekommen ist.

Egal, es wird hoffentlich so kommen vor Gericht: Schriftsätze fallen zu Boden, die Beklagte verspürt einen Tritt vors Schienbein, die Klägerin ein Kitzeln in der Nase. Und ganz leise wird Hans Clarin zu hören sein: „Hurra, hurra, der Pumuckl ist wieder da!“uem

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