Politik : … Scotty noch einmal zur Erde zurückkam

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Von zwei mehr oder weniger glücklichen Funden soll hier und heute die Rede sein. Der erste Fall ist relativ schnell abgehandelt, hat politisch nicht die geringste Bedeutung und ist, wenn überhaupt von eher serviceorientierter Relevanz. Er spielt in Hannover. Dort sind dieser Tage nach kurzer, aufregender Suche, knapp 83 000 Euro im Müll entdeckt worden, die eine 80-jährige Rentnerin zuvor sicherheitshalber in einem Staubsaugerbeutel versteckt hatte, welchen eine Haushaltshilfe wiederum nichts ahnend in besagten Müll geworfen hatte. Bitte, so etwas passiert nicht oft – sonst stünde es nicht in der Zeitung. Wer aber doch mal auf diese oder ähnliche Weise in pekuniäre Schieflage gerät, dem sei schon hier empfohlen schleunigst auf Seite 24 zu blättern, da steht, wie man mit hartnäckiger Eleganz an Geld kommt, das man nicht (mehr) hat.

Der zweite Fall liegt im Wortsinne nicht so einfach. In der schwer zugänglichen Bergregion des US-Bundesstaates New Mexico ist nun nämlich die Kapsel mit den sterblichen Überresten von „Scotty“ gefunden worden, dem unvergessenen Star-Trekker, der mit konstanter Zuverlässigkeit seine Kollegen auf die Planeten der verschiedensten Galaxien und, noch wichtiger, zurück an Bord der „Enterprise“ gebeamt hat. Das ging nie ohne ein oft erleichtertes „Beam me up, Scotty“ – ein Satz, der wohl für immer durch unseren verbalen Orbit rasen wird, nun ja.

Weswegen Scottys letzte Weltraumreise schiefgegangen ist, liegt auf der Hand. Er konnte, längst ein Häufchen Asche, sich schlechterdings selbst an den entscheidenden Hebeln immaterialisieren. Irritierend ist indes, dass das zuständige Bestattungsunternehmen nun darauf verweist, dass von Anfang an für Scottys Asche ohnehin nur ein kurzer, suborbitaler Flug geplant gewesen sei. Wer hier gerade „suboptimaler Flug“ gelesen hat, liegt so falsch nicht. Das Suborbitale an Scottys letzter Reise kann mit Fug und Recht suboptimal genannt werden, ein bisschen ist es so, als ob man einen um ein anständiges Seemannsgrab nachsuchenden Flotillenadmiral post mortem umständehalber im heimischen Gartenteich versenkt hätte.

Im Oktober soll es einen zweiten Anlauf geben für den Chefingenieur der „Enterprise“, beziehungsweise für das, was noch von ihm übrig ist. Scottys Asche soll dann für immer oben bleiben. Die Kapsel sei unversehrt, heißt es von Seiten des Bestattungsunternehmens – und sollte der Flug ins All dann glücklich ausgehen, wird die „Geldseite“ des Tagesspiegels bestimmt schon bald ihre Hinweise über „sichere Geldanlagen“ mit neuen Tipps ergänzen. Vbn

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