Politik : ...Sir Anthony die Apo erfand

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Es wird wahrscheinlich nie offiziell gewürdigt werden, was Sir Anthony Eden für Berlin und die Bundesrepublik geleistet hat. Deshalb heute und hier. Ohne Sir Edens Beitrag wäre Berlin niemals attraktiv geworden. Keine jungen und lustigen Leutchen wären hier hergezogen. Und die hätten dann auch hier nicht die Apo gegründet und die alte Republik ein wenig durchgepustet. Thanks a lot, Sir Anthony.

Heute vor 50 Jahren war der Brite Anthony Eden bei der Außenministerkonferenz in London die treibende Kraft beim Beschluss, die BRD wieder zu bewaffnen. In der Folge entstand die Bundeswehr, die allgemeine Wehrpflicht wurde eingeführt. In der Folge flohen junge Männer von überall her in die wehrpflichtbefreite Zone Berlin. Sie brachten Uschi Obermaier mit für die Ästhetik, Maultaschen für die Kulinarik und Fritz Teufel für die Wahrheitsfindung. Wir haben der Bundeswehr allerlei gute Sachen zu verdanken.

Fundamentalpazifistisch gesehen war dieser Tag heute vor 50 Jahren natürlich ein herber Schlag gegen die Menschheit. Germanen in Waffen – das ist nichts, was die Welt braucht. Allenfalls der Karikaturist, damit er den Pickelhauben-Deutschen zeichnen kann. Dann aber bildete die Bundeswehr Soldaten aus. Über die wurden Witze gemacht. Einer ging so: Die Bundeswehr ist dazu da, den Feind an der Grenze aufzuhalten, bis eine Armee kommt. Ein liebevoller, sehr treffender Witz. Schrecken ging von der Bundeswehr nie aus. Die Bundeswehr verbreitet keine Angst – ist das nicht das Schönste, was man über eine Armee sagen kann?

Heute schützt die Bundeswehr Deiche an der Elbe und der Oder und baut in Afghanistan Schulen. Mit Unterstützung aller Politiker hierzulande. Na gut, die FDP ist gegen das Afghanistan-Mandat, aber Gott ja, die FDP...

Auch hat die Bundeswehr etwas eigentlich Unmögliches geschaffen. Nennt irgendjemand auf der Welt uns noch martialisch? Schreibt noch jemand deutsch mit t am Anfang? Nur noch englische Boulevardzeitungen, wenn sie über Fußball berichten. Mit englischen Boulevardzeitungen verhält es sich, was das Ernstgenommenwerden angeht, wie mit der FDP.

Im Übrigen hat sich unser Außenminister Joschka Fischer gerade vorsichtig für das Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen beworben. Das ist der Job des obersten Aufpassers über die Sicherheit der Welt. Man kann seine Aussichten optimistisch bewerten. Joschka von der Frankfurter Putztruppe. Die war Folge der Apo. Der Kreis schließt sich. Danke, Sir Anthony.uem

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