US-Außenministerin besucht Israel : „Umbruch im Nahen Osten eine Chance“

US-Außenministerin Hillary Clinton hat sich am Montagabend in der israelischen Hauptstadt auch zum Atomstreit mit dem Iran geäußert. Sie warnte das islamistische Regime davor, die Entschlossenheit des Westens zu unterschätzen.

Flagge zeigen. US-Außenministerin Hillary Clinton am Montag in Jerusalem.
Flagge zeigen. US-Außenministerin Hillary Clinton am Montag in Jerusalem.Foto: AFP

Tel Aviv - US-Außenministerin Hillary Clinton hat bei einem Besuch in Israel den Umbruch in den arabischen Nachbarländern als „Chance“ angepriesen. „Dies ist eine Zeit der Unsicherheit, aber zugleich auch eine Gelegenheit“, sagte Clinton am Montag vor Journalisten in Jerusalem, nachdem sie vom israelischen Präsidenten Schimon Peres empfangen worden war. „Es bietet sich die Chance, unseren gemeinsamen Zielen der Sicherheit, der Stabilität, des Friedens und der Demokratie näherzukommen.“

„Es sind Momente wie diese, in denen Freunde wie wir gemeinsam denken und gemeinsam handeln müssen“, sagte Clinton bei ihrem ersten Besuch in Israel seit September 2010, als sie vergeblich versucht hatte, die bilateralen Gespräche zwischen der israelischen und der palästinensischen Regierung in Gang zu halten. Seither sind die Verhandlungen zwischen beiden Seiten blockiert.

Der israelische Präsident hob die Gemeinsamkeiten im Atomkonflikt mit dem Iran hervor. „Wir stimmen vollkommen darin überein, dass alles getan werden muss, um zu verhindern, dass der Iran die Freiheit und die Unabhängigkeit anderer Völker bedroht“, sagte Peres. Der Iran wird von mehreren westlichen Regierungen verdächtigt, heimlich Atombomben zu entwickeln, von denen sich insbesondere Israel bedroht fühlt.

Peres dankte Clinton dafür, dass sie gleich nach ihrem Besuch in Ägypten nach Israel gekommen sei, um ihre Eindrücke zu schildern. Von dem arabischen Nachbarn hänge es zu großen Teilen ab, ob der Friedensprozess weiter vorangehen könne. Israel hatte mit dem langjährigen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak gute Beziehungen gepflegt. Seit dessen Sturz fürchtet Israel, dass das Nachbarland den Friedensvertrag von 1979 aufkündigen könnte. Der seit drei Jahrzehnten währende Frieden mit Ägypten habe „hunderttausenden jungen Leuten in Ägypten und Israel das Leben gerettet“.

Video: Atomstreit - Clinton warnt den Iran

Bei einem Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte Clinton am Montagabend zum Abschluss ihres Kurzbesuchs: „Wir leben in einer Zeit der beispiellosen Veränderung mit vielen Herausforderungen für uns beide.“ Beide Regierungen wollten weiter eng zusammenarbeiten, „um den besten Weg zu Frieden und Sicherheit zu finden, für Israel, die USA, die Region und die ganze Welt“. Netanjahu sagte zu Clinton, er wolle von ihren Eindrücken in Ägypten hören. Wie Peres zuvor drückte er die Sorge Israels über die Zukunft des 1979 geschlossenen Friedensvertrags mit Kairo aus. Das Abkommen sei „ein Anker des Friedens“ und müsse dringend bewahrt werden. AFP/dpa

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