Politik : … wir die Taliban kaufen

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Am Wochenende haben sie auf RTL noch mal Rambo III wiederholt. Ein sehr schöner Film! Unser Held kämpft da an der Seite von freundlichen Mudschaheddin gegen finstere Sowjets, die mithilfe ihrer monströsen Hubschrauber das afghanische Volk ganz gehörig in seinem Freiheitskampf unterjochen. Die Handlung ist übersichtlich, ein bisschen so, wie die Welt damals eben war: Dauernd explodiert irgendwo irgendetwas, meist sind es Sowjets, oft unter Ausstoßen gutturaler Laute. Am Ende bleibt dann Rambo übrig sowie ein paar freundlich in die Kamera nickende Mudschaheddin, alle in nicht nur sprichwörtlich mildes Licht gerückt. 1988 war das. Genau genommen also noch gar nicht so lange her.

Ja. Seit heute ist unser Außenminister wieder zurück von seinem Kurztrip an den Hindukusch. Wohlbehalten. Dank moderner Übertragungstechnik wissen wir, dass Frank-Walter Steinmeier über die Sicherheitslage in Afghanistan „besorgt“ ist, was unsereinem an jenem Körperteil vorbeigehen könnte, das auch mit einem großen „A“ anfängt, wenn, ja wenn nicht vor Jahren Steinmeiers Parteifreund Peter Struck (damals Verteidigungsminister) der Klassiker eingefallen wäre, wonach die Sicherheit Deutschlands auch am Hindukusch verteidigt werde. Ungefähr seit dieser Zeit hängt alles mit allem zusammen auf dieser Welt und irgendwie wohl auch, dass der Vertraute Joschka Fischers aus Frankfurter Streetfighterzeiten, Tom Koenigs, mittlerweile Afghanistanbeauftragter der UN geworden ist.

Koenigs, aber das ist schon länger her, hat mal sein Millionenerbe dem Vietcong gespendet, ohne sich im nachhinein en detail dafür zu interessieren, was die Jungs mit seinem Geld denn angestellt haben. Eine gewisse Freigiebigkeit ist ihm also nicht fremd.

Kürzlich hat Koenigs einen Vorschlag gemacht, der leider ein bisschen im Sommerloch verklappt worden ist – vielleicht, weil niemand entdeckt hat, welch unfassbar gute Nachricht sich im Kern dahinter verbirgt. Der UN-Beauftragte hat nämlich dafür plädiert, Deutschland möge mehr Geld für die afghanische Polizei zur Verfügung stellen, da die örtlichen Polizisten allein schon aus finanziellen Erwägungen heraus scharenweise zu den weit besser zahlenden radikalislamischen Taliban überliefen. Wenn das so ist, dann ist es allmählich Zeit für einen großen sicherheitspolitischen Wurf: Wie wär’s, wenn wir alle auf eine Urlaubsreise verzichteten und uns einen Taliban kaufen? Vbn

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