Politik : … wir unseren Frieden mit San Marino machen

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Krieg und Frieden – großes Thema. „Wenn Du jetzt nicht endlich Frieden gibst“, pflegte Opa früher öfter zu sagen, „dann knall’ ich Dir eine.“ Mit Frieden im strengen Definitionssinne hatte das schon damals nix zu tun. Vorher nicht und hinterher auch nicht. Aber so konnte man Opa nicht kommen.

Man kann vielleicht sagen, dass der italienische Fußballspieler Marco Materazzi auch keinen Frieden gegeben hat, damals, am 9.Juli im Berliner Olympiastadion, so kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit der Verlängerung. Materazzi hat dann auch eine geknallt bekommen, von Zinedine Zidane – allerdings nicht an den Kopf, sondern mit dem Kopf. Und zwar vor seine Brust.

Ein großer Unterschied ist da nicht. Die Szene ist dennoch legendär. Längst kann man internetmäßig als Zidane jede Menge entgegenkommender Materazzis ausknocken. In Fernost hat sich ein Geschäftsmann den Kopfstoß sogar als Markenzeichen schützen lassen, wohl in der Hoffnung, damit seinen ökonomischen Frieden zu machen. Und Materazzi selbst hat es neulich in Mailand sogar auf die Bühne der Stones geschafft, und Mick Jagger hat einen reichlich lahmen Witz über Kopfschmerzen gemacht. Wer weiß, ob das alles so gekommen wäre, wenn …

Ja, wenn was eigentlich? Marco Materazzi hat jetzt in der italienischen Zeitung „Gazetto dello Sport“ das Thema Krieg und Frieden auf dem Sportplatz um eine versöhnliche Geste bereichert. „Man schließt Frieden nach verheerenden Kriegen“, hat Materazzi gesagt, „warum sollten wir keinen Frieden schließen? Meine Haustüre ist immer offen. Wenn er will, kann er jederzeit zu mir kommen.“

Am nettesten wäre es wahrscheinlich, Zidane würde zu dem Besuch gleich seine Schwester mitbringen, schließlich war der ganze Ärger damals losgegangen, weil Zidane sein Trikot zum Tausch angeboten, Materazzi aber gesagt hatte, da sei ihm Zidanes Schwester schon lieber.

Heute spielen wir gegen San Marino oder, wie der Kaiser sagt: San Remo. Wenn man bei Google San Marino und Liechtenstein eingibt, weil man die Mannschaftsaufstellung von dem legendären 1:0 San Marinos studieren will, dem einzigen Sieg in der Länderspielgeschichte, dann erscheint irritierenderweise als erster Eintrag die Bahnverbindung von Santa Marinha nach Rechtenstein. Das lässt nix Gutes erahnen. Was, wenn die aus San Marino sich nicht ernst genommen fühlen und auf Provokation aus sind? Es empfiehlt sich für unsere Jungs, zumindest ein paar Bilder von ihren Schwestern parat zu haben. Vbn

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