Politik : ...Woody Allen das Murmeltier grüßt

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Wir könnten natürlich auch alle geschlossen als Land zurücktreten. Hey, sagen wir, wir sind jetzt beleidigt, wir ziehen uns zurück. So als Land. Das hat den Vorteil, dass sich niemand mehr Gedanken machen muss, wer mit wem und warum nicht er oder sie regieren will. Oder umgekehrt. Oder so ähnlich. Und dann kommen bestimmt Neuwahlen. Neuwahlen sind aber auch Mist. Erstens müsste die Frage noch geklärt werden, ob wir als zurückgetretenes Land überhaupt wahlfähig sind. Und zweitens ändern Neuwahlen gar nichts. Weil wir die Fehler der letzten Wahl wieder begehen würden. Sagt Woody Allen.

Das wirkt nun sicherlich alles etwas verwirrt und verwirrend. Aber das ist ja jetzt Mode, das Verwirrende und Verwirrte. Zurück zu Woody Allen. Heute erscheint in „Vanity Fair“ ein Interview mit Allen. Allen wird nächsten Monat nun auch schon 70, Zeit mithin für die ein oder andere Weisheit für die Ewigkeit. „Ich habe weder Weisheit noch Einsicht noch Milde erlangt. Ich würde heute alle meine Fehler noch einmal begehen.“ Wenn das richtig ist, dass man all seine Fehler noch einmal begeht, und warum sollte es nicht richtig sein, von Woody Allen sind wir doch nur Richtiges gewohnt, auch wenn sein erster Besuch beim Psychoanalytiker aus dem Jahre 1959 datiert, und seitdem geht er einmal pro Woche dorthin, aber, äh, jetzt schweifen wir etwas ab. Also noch mal: Wenn das richtig ist, dass man all seine Fehler noch einmal begeht und immer wieder, dann heißt das für Neuwahlen: SPD 34,2 %, CDU 27,8 %, FDP 9,8 %, Die Linke 8,7 %, Die Grünen 8,1 % und die CSU 7,4 %. Das ist dann ein Ergebnis, das ein wenig suboptimal ist.

Woody Allens amerikanischer Landsmann Harold Ramis hat zum nämlichen Thema vor ein paar Jahren einen Film gedreht. „Und täglich grüßt das Murmeltier“, in dem Bill Murray als TVWetterfrosch in ein Nest mit dem reizenden Namen Punxsutawney reist und dort jeden Tag immer wieder neu erlebt. Er wacht in der Früh auf und alles ist wie am Vortag. Tag für Tag, alles, was geschah, geschieht wieder, eine wundersame Zeitschleife, in der jeden Tag der gestrige Tag von neuem beginnt. Also etwa so, der Wecker klingelt, wir gehen wählen, siehe oben.

Bill Murray ist übrigens unausstehlich, nichts ist ihm recht, stets meckert er, mäkelt an allem rum, ein richtiger Stinkstiefel. Das unterscheidet ihn gewiss von all den modernen Zurücktretern und Zurückziehern. Aber die Lösung für ihn ist auch über den Film hinaus allgemein recht hübsch. Er bessert sich, und schon geht das Leben weiter.uem

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