Politik : 030/20000

Gerd Appenzeller

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Wenn das von außen so prächtige, im Inneren aber ziemlich marode Schloss Bellevue vom kommenden Jahr an renoviert wird, freut sich einer besonders: Jan-Göran Barth, von der Bundeswehr abgestellter Chefkoch des Bundespräsidenten. Seine Künste werden gerühmt, aber wenn größere Gesellschaften bekocht werden müssen, erweist sich die Küche als zu klein. Dann rücken die professionellen Brigaden Berliner Restaurants der Oberklasse an, deren Chefköche viel am heimischen Herd vorbereiten können. In der Bellevueküche, die technisch exzellent ausgestattet ist, wird dann nur noch bereitet, was à la minute auf den Tisch kommen muss.

Dass aus dem Raummangel kulinarischer Genuss in hohem Maße erwächst, ist Rüdiger Frohn zu verdanken, dem Staatssekretär im Präsidialamt. Er kam auf den Gedanken, die besten Restaurants der näheren Umgebung einzuladen, bei offiziellen Einladungen für den Bundespräsidenten und seine Gäste zu kochen. Der Etat für Bewirtungen ist zwar nicht so groß, wie die Köche es sich wünschen würden, aber man kommt sich entgegen – schließlich profitieren beide Seiten. Die Gastronomen rechnen es sich zur Ehre an, „Hoflieferanten“ zu sein, und die Tafel des Staatsoberhauptes wird gelobt.

Aber der Wettbewerb ist hart. Die Landesvertretungen rüsten ihre Küchen nach. Vorbei die Zeiten, in denen der damalige saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine die schillernde Ausnahme war, als er in Bonn einen Spitzenkoch anheuerte. Bei Johannes Rau wären übrigens auch renommierte Gastronomen aus dem Rest der Republik willkommen. Einfach mal anrufen im Bellevue: 030/20000.

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