Politik : 120 Euro mehr für Erzieherinnen

Frankfurt/Main - Der monatelange Streit über die Tarife für Erzieherinnen, Kinderpfleger und Leiterinnen in Kindertagesstätten ist beigelegt. Arbeitgeber und Gewerkschaften einigten sich am Montag auf einen Tarifabschluss, wie die Verhandlungsführer beider Seiten am Nachmittag in Frankfurt am Main mitteilten. Die Einigung bedeute, dass Erzieherinnen künftig im Durchschnitt 120 Euro mehr im Monat bekämen, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske vor Journalisten in der Mainmetropole. Für Städte und Gemeinden heiße dies Mehrkosten von 500 bis 700 Millionen Euro im Jahr, sagte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle.

Der Kita-Tarifkonflikt hatte sich über Monate hingezogen und viele Eltern mit ihren Kindern vor riesige Probleme gestellt. Gremien der Tarifparteien hätten einen in den frühen Morgenstunden gefundenen Kompromiss gebilligt, hieß es. Bsirske sagte, neben der Tariferhöhung sei auch ein Tarifvertrag zur Gesundheitsförderung erreicht worden. Zudem solle es künftig pro Monat und Erzieherin einen Sozialpädagogen mehr geben. Die Kita-Beschäftigten kämpften seit Mitte Mai mit Streiks um mehr Gehalt und mehr Gesundheitsschutz.

Die Verhandlungen hatten im Januar begonnen, waren im April aber gescheitert. Seit Mai waren weitere Gespräche immer wieder von Streiks an kommunalen Kindertagesstätten begleitet worden. Die Erzieherinnen bekamen für ihre Forderung nach mehr Gehalt auch Unterstützung aus der Politik.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) befürchtet, dass die Einigung viele Kommunen finanziell überfordern wird. „Viele Kommunen haben das Geld nicht“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg am Montag dem Hörfunksender NDR-Info. Ihnen bleibe nur, neue Schulden aufzunehmen. dpa/AFP

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