Politik : 124 Tote bei Airbus-Unglück – 63 Passagiere können sich retten

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Irkutsk/Moskau - Bei der Bruchlandung eines russischen Flugzeugs mit 202 Insassen in der sibirischen Stadt Irkutsk sind am Sonntag vermutlich 124 Menschen ums Leben gekommen. Der Airbus A 310 der Fluggesellschaft Sibir schoss am Morgen bei der Landung auf dem Flughafen über die Rollbahn hinaus und prallte nach Angaben der Behörden gegen ein Gebäude. Mindestens 63 Menschen überlebten. Ursache war nach Angaben aus Ermittlerkreisen vermutlich ein Versagen des Bremssystems. Unter den Insassen waren Medienberichten zufolge drei Deutsche, von denen zwei in Krankenhäusern behandelt würden. An Bord war auch eine Gruppe von Kindern, die ihre Ferien am Baikalsee verbringen wollten.

Durch den schweren Zusammenprall geriet das Flugzeug in Brand. Die Flammen loderten drei Stunden lang. Helfer zogen Überlebende aus dem Heck des Flugzeugs. „Es war schrecklich. Die Menschen schrien. Ich sah, wie Menschen brannten. Dann sprang ich hinaus“, sagte die Überlebende Margarita Swetlowa einem russischen Fernsehsender. Mindestens elf der Überlebenden konnten nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums den Unfallort selbst verlassen; die anderen Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Nach der Landung und dem Einsetzen der Schubumkehr habe das Bremssystem versagt, berichtete die Nachrichtenagentur Ria Nowosti unter Berufung auf einen Behördenvertreter. Zum Zeitpunkt des Unglücks war die Landebahn nass. Experten des Flugzeugbauers Airbus machten sich auf den Weg nach Irkutsk, um bei der Aufklärung des Unglücks zu helfen. Die Maschine war 1987 in Betrieb genommen worden und hatte bereits 52 000 Flugstunden absolviert. AFP

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