13 Mal Abschied : Bundestag ade

Eine rekordverdächtige Summe von 17 Prozent aller Abgeordneten wird mit der kommenden Wahl aus dem Bundestag ausscheiden. Einige, weil sie nicht mehr wollen, andere weil sie nicht mehr dürfen. Für den Tagesspiegel haben einige von ihnen einen Abschiedtext geschrieben. Rückblicke, Rechenschaft, Wünsche für die Nachfolger - lesen Sie all das hier.

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Der Bundestag im Herzen Berlins: Für viele Abgeordnete heißt es zur kommenden Wahl Abschied nehmen.
Der Bundestag im Herzen Berlins: Für viele Abgeordnete heißt es zur kommenden Wahl Abschied nehmen.Foto: dpa

MdB. Das höchste Amt in der Demokratie. Es ist für viele, die in die Politik gehen, das erklärte Ziel: Da wollen sie rein. In den Bundestag. Und von dort aus noch weiter.

Es gibt aber auch welche, die wollen wieder raus. Einige sogar ziemlich schnell. Oder sie müssen gehen. Von der Partei nicht mehr aufgestellt. Vom Wähler nicht mehr abgeordnet. Wem Letzteres bei der Bundestagswahl am 22. September blüht, wissen wir nicht. Aber wer freiwillig geht oder nicht mehr kandidieren darf, weil die Partei es nicht mehr will – das steht weitgehend fest.

Mindestens 108 der derzeit 620 Abgeordneten treten nicht mehr an. Die meisten, weil sie lange dabei waren, das Rentenalter naht oder schon überschritten ist, die Jüngeren ran sollen. Oder wollen. 28 Mitglieder der CDU sind darunter, zehn von der CSU, 33 bei der SPD, 25 bei der FDP, jeweils fünf bei Grünen und Linken. Das sind bei SPD und FDP je etwa ein Viertel, bei der Union 17 Prozent, bei Grünen und Linken je sieben Prozent.

Ist das ein Rekord, eine Abgängerquote von 17 Prozent über alle Fraktionen hinweg? Man weiß es nicht so genau. Denn tatsächlich gibt es im Zeitalter der Megadatenverarbeitung noch unerhobene Zahlen. Keine offizielle Statistik also. Weder Bundestag noch Fraktionen haben bisher darüber Buch geführt, wer einen angekündigten Abschied genommen hat. Aber, heißt es inoffiziell aus der SPD-Fraktion, ein Viertel sei bei ihnen wohl schon der langjährige Schnitt.

Zum Herbst verlassen auch einige Prominente den Bundestag. Ilse Aigner etwa, – die Verbraucherministerin – strebt hohe Ämter in Bayern an. Oder Bernd Neumann, der Kulturstaatsminister von der CDU. Bei den Grünen verzichtet Krista Sager, einst Fraktionschefin. Auch der ehemalige FDP-Chef Wolfgang Gerhardt macht Schluss. Bei der Linken tritt Fraktionsvize Ulrich Maurer ab. Eine Liste mit allen findet sich unter www.ndv.info.

Für den Tagesspiegel haben einige langjährige Abgeordnete einen Abschiedstext geschrieben: Rückblicke, ein wenig Rechenschaft, ein bisschen Wünsche an die „Nachkommen“.

„Bundestag ade“ hat Wolfgang Wieland in die Betreffzeile seiner Mail geschrieben. Lesen Sie die Beiträge von Franz Müntefering, Ruprecht Polenz, Wolfgang Thierse und anderen hier.

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