Politik : 14 Tote bei Anschlag an Roter Moschee Ùnruhen zur Wiedereröffnung

Islamabad - Bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag nahe der am Freitag wieder eröffneten Roten Moschee in Islamabad sind mindestens 14 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Rettungskräfte und Augenzeugen sagten weiter, zu dem Anschlag sei es auf einem belebten Markt in der pakistanischen Hauptstadt gekommen. Leichen und Körperteile lägen unter Trümmern. Unter den Toten seien mehrere Polizisten. Ein Augenzeuge sagte, ein Mann sei auf die Beamten zugegangen, die dort aßen. Dann sei die Detonation erfolgt.

Zur Wiedereröffnung der Roten Moschee gut zwei Wochen nach Erstürmung des Gotteshauses kam es dort zu Protesten von Islamisten. In der Moschee riefen Gläubige nach Augenzeugenberichten zum Dschihad (Heiligen Krieg) auf. Sie weigerten sich, das Freitagsgebet unter Leitung eines von der Regierung entsandten Geistlichen zu vollziehen – und jagten den Imam davon. Aufgebrachte Gläubige kritisierten die Regierung von Präsident Pervez Musharraf und beschimpften den Militärmachthaber als „Hund“. Hunderte Koranschüler beteiligten sich an den Ausschreitungen. Aufgebrachte Demonstranten hissten islamische Flaggen auf dem Dach des Gotteshauses. Einige von ihnen begannen damit, die von der Regierung pfirsichfarben getünchten Wände wieder rot zu streichen. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Radikalen vor. Augenzeugen berichteten, dass die Islamisten Reporter und Polizisten mit Schuhen und Steinen bewarfen. Die Regierung hatte den Imam Mohammed Ashfak eingesetzt, um die fundamentalistische Ausrichtung der Moschee zu überwinden. „Man sagte mir, alles würde friedlich sein. Ich hatte von Anfang an kein Interesse an der Aufgabe, und jetzt werde ich es bestimmt nicht mehr machen“, sagte der Imam.

In der Roten Moschee und angrenzenden Gebäuden auf dem Gelände hatten sich Anfang Juli tagelang Radikalislamisten verschanzt gehalten, bis Sicherheitskräfte den Komplex in der Nacht zum 10. Juli erstürmten. Dabei wurden mehr als 80 Menschen getötet. dpa/AFP

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