Politik : 147 Länder sind einig: Welthandel muss freier werden

-

Genf Nach fünftägigem Verhandlungsmarathon hat die Welthandelsorganisation WTO in Genf die Weichen für eine weitere Liberalisierung der Weltwirtschaft gestellt. Die 147 WTO-Mitgliedsländer einigten sich in der Nacht zum Sonntag auf ein Abkommen, das den Abbau von Milliarden teuren Agrarsubventionen und eine weitere Öffnung der Weltmärkte für Industriegüter und Dienstleistungen vorsieht. Die schwierigen Details sollen ab September verhandelt werden.

Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) begrüßte die WTO-Einigung als „ein Bekenntnis zum multilateralen Handel“. Wirtschaftsorganisationen wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nannten den Kompromiss ein „positives Signal für die Weltkonjunktur“. Globalisierungskritiker wie die Organisation „Attac“ warfen dagegen der Runde vor, dass „der Norden den Süden erneut über den Tisch ziehen konnte“.

In der Vereinbarung verpflichten sich die Industrieländer zum Abbau von handelsverzerrenden Subventionen und Zöllen. Exportförderungen sollen völlig wegfallen und nationale Beihilfen abgebaut werden, auch für landwirtschaftliche Produkte. Allerdings sollen zahlreiche Ausnahmen möglich sein. Die Entwicklungsländer sind gegen die Agrarsubventionen, weil ihre eigenen Waren vom Markt verdrängt werden. Tsp

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben