Politik : 15 Monate Tauziehen um die Auslieferung des Ex-Diktators

16. Oktober 1998: Die britische Polizei verhaftet Chiles Ex-Diktator Augusto Pinochet in einem Londoner Krankenhaus. Der spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzón hatte ihn wegen Völkermords, Terrorismus und Folter zur Fahndung ausgeschrieben und seine Auslieferung beantragt.

28. Oktober 1998: Ein Londoner Gericht erkennt Pinochet Immunität als ehemaliges Staatsoberhaupt zu.

25. November 1998: Großbritanniens höchstes Gericht, die Lordkammer, hebt diesen Beschluss auf und entscheidet, dass Pinochet keine Immunität genießt, die Haft sei rechtmäßig. Drei Wochen später annullieren die Lordrichter ihr eigenes Urteil wegen Befangenheit eines Richters, der amnesty international nahesteht.

24. März 1999: Die Lordrichter entscheiden erneut, bestätigen die Haft, schränken die Strafverfolgung von Pinochet jedoch auf die nach 1988 begangenen Taten ein, weil in Großbritannien erst dann die Anti-Folter-Konvention der UN in Kraft trat.

15. April 1999: Der britische Innenminister Jack Straw genehmigt das Verfahren der Auslieferung an Spanien.

24. September 1999: Auch der Nationale Gerichtshof Spaniens bestätigt, dass der Haftbefehl und die Auslieferung rechtmäßig sind.

8. Oktober 1999: Der für das Auslieferungsverfahren zuständige britische Richter Ronald Bartle erlaubt die Übergabe Pinochets an die spanischen Behörden. Die Pinochet-Anwälte legen Berufung ein.

5. Januar 2000: Pinochet wird auf Betreiben seiner Anwälte und der britischen Regierung von einem Ärzte-Team in London untersucht.

11. Januar 2000: Der britische Innenminister Straw verkündet, der 84-jährige Pinochet könne den Medizinern zufolge einen Prozess nicht durchstehen. Die britische Regierung beabsichtige, den General freizulassen. ze

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