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19 Billionen Dollar : Trump will US-Schulden in acht Jahren vollständig tilgen

In der "Washington Post" kündigt Donald Trump an, als Präsident die Staatsschulden von 19 Billionen Dollar binnen acht Jahren komplett abzutragen - ohne Steuererhöhungen. Ein Interview von erheblichem Unterhaltungswert.

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Will als US-Präsident das Staatsdefizit in acht Jahren abbauen: Donald Trump.
Will als US-Präsident das Staatsdefizit in acht Jahren abbauen: Donald Trump.Foto: AFP

Donald Trump will als US-Präsidenten innerhalb von acht Jahren die Staatsschulden seines Landes auf Null senken. Das erklärte er in einem Interview mit dem legendären "Watergate"-Enthüller Bob Woodward für die "Washington Post".

Das Interview hat es in sich. Es hat auch einen ziemlich hohen Unterhaltungswert, weil mit Bob Woodward und Donald Trump zwei Alphatiere aufeinander losgehen. Das muss man im Original gelesen haben (hier).

Trump erklärt darin, verpackt in eine Anekdote über eine "wundervolle Frau", die ihn liebt, dass er die Schulden seines Landes innerhalb von acht Jahren auf Null senken werde. Er glaube nicht, dass es nötig sei, dafür die Steuern zu erhöhen. Er wolle die "Deals" mit China neu aushandeln. Konkret wurde er nicht.

Wörtlich fragt Bob Woodward über den Schuldenabbau: "Wie lange würde das dauern?" Trump: "Ich denke, es könnte ziemlich schnell gehen, weil ...." Er wird von Woodward unterbrochen: "Was heißt, ziemlich schnell?" Trump: "Nun ich würde sagen, über einen Zeitraum von acht Jahren. Und ich sage Ihnen, warum." Wieder unterbricht ihn Woodward: "Wären Sie jemals bereit zu Steuererhöhungen, um das Problem zu lösen?" Trump: "Ich glaube nicht, dass ich das bräuchte. Die Macht ist der Handel. Unsere Deals sind so schlecht." Bob Woodward unterbricht wieder: "Das wären zwei Billionen Dollar pro Jahr." Trump: "Nein, aber ich werde alle unsere Deals neu verhandeln, Bob. Die großen Handelsabkommen, die uns so schaden."

"Als Präsident werde ich langweilig sein"

Die Möglichkeiten, die US-Staatsschulden von 19 Billionen Dollar in acht Jahren abzutragen, dürften begrenzt sein. Wie die "Washington Post" in einem Faktencheck schreibt, würde das selbst dann nicht reichen, wenn die Staatsausgaben eingefroren und das Wirtschaftswachstum sich deutlich erhöhen werde.

Trump sagte noch ein paar andere Sachen, zum Beispiel: „Meine natürliche Neigung ist es zu gewinnen. Und wenn ich gewonnen habe, werde ich so präsidentenmäßig sein, dass Ihr mich sogar nicht mehr wiedererkennt. Ihr werdet einschlafen, so gelangweilt sein.“

Die US-Wirtschaft steht nach Einschätzung Trumps vor einer schwereren Rezession. Ein überbewerteter Aktienmarkt und ein viel schlechter als offiziell ausgewiesener Arbeitsmarkt seien die Vorboten dafür. „Wir sitzen auf einer sehr, sehr großen Blase“ sagte er und warnte, es sei gegenwärtig „eine schreckliche Zeit“, in Aktien zu investieren.

Ganz am Schluss des langen Schlagabtauschs wirken Woodward und Trump etwas erschöpft. Trump sagt Woodward zum Abschluss nur noch: "Nur eins, behandle mich fair. Behandle mich fair. Die Wahrheit ist, es war sehr interessant. Niemand hat mir solche Fragen gestellt."

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