Politik : 20 000 Flüchtlinge in die USA

NEW YORK/GENF (AFP).Die USA wollen nun bis zu 20 000 Flüchtlingen aus dem Kosovo vorübergehend Schutz bieten.Die Menschen sollten im Land selbst unterkommen und nicht - wie ursprünglich geplant - auf dem US-Militärstützpunkt Guantanamo auf Kuba, kündigte Vizepräsident Al Gore am Mittwoch in New York an.Dabei sollten Flüchtlinge mit nahen Verwandten in den USA sowie besonders Gefährdete bevorzugt werden.

Insgesamt sind seit Beginn der NATO-Angriffe rund 17 000 ethnische Albaner in Ländern außerhalb des Balkan untergebracht worden.Europäische Staaten hätten zwar die Aufnahme von insgesamt 85 000 Vertriebenen zugesagt, der Evakuierungsprozeß verlaufe aber viel zu schleppend, sagte UNHCR-Sprecher Kris Janowski am Donnerstag in Genf.Mit knapp 10 000 Flüchtlingen hat Deutschland bisher das größte Kontingent aufgenommen.Die Türkei empfing gut 4000 Kosovo-Albaner.In Norwegen fanden 1104 Menschen Zuflucht.

Unterdessen verschlechterte sich die Lage einiger tausend in verschneiten Bergregionen Mazedoniens Gestrandeter weiter.Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf mitteilte, litten die Menschen dort Hunger und Kälte.Sie seien von jeglichen Hilfslieferungen abgeschnitten.In dem abgelegenen mazedonischen Dorf Malina harrten nach Angaben des UNHCR seit Tagen bis zu 7000 Kosovo-Albaner unter "besorgniserregenden Bedingungen" aus.Jegliche Hilfslieferungen seien bislang entweder an den schlechten Straßen oder an mazedonischen Kontrollposten gescheitert, sagte UN-Sprecher Kris Janowski.Viele Flüchtinge in dem 60-Häuser-Dorf müßten die Nächte bei Minusgraden im Freien verbringen und hätten zum Teil seit Tagen nichts gegessen.Unterdessen kamen nach der Grenzblockade der vergangenen Tage wieder mehrere hundert Kosovo-Flüchtlinge nach Mazedonien und Albanien.

Aus Angst, daß die jugoslawische Teilrepublik Montenegro nicht mehr genügend Schutz bietet, flohen zudem mehrere tausend Kosovo-Albaner von dort nach Albanien.Wie das UNCHR-Büro in Skutari im Nordwesten Albaniens mitteilte, kamen allein am Mittwoch rund 3300 ethnische Albaner über die Grenze.

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