Politik : 20 Staatschefs stellen sich hinter Bush

Schanghai (dpa/rtr/AFP).

Schanghai (dpa/rtr/AFP). Mit einem Appell von US-Präsident George W. Bush zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus hat am Samstag in Schanghai der Asien-Pazifik-Gipfel begonnen: "Das ist die drängende Aufgabe unserer Zeit." Staats- und Regierungschefs der asiatisch-pazifischen Wirtschaftskooperation (Apec) nahmen eine Erklärung an, die den Terrorismus verurteilt und eine verstärkte internationale Zusammenarbeit vorsieht. Das zweitägige Treffen in der Hafenmetropole wird von ungewöhnlich strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet.

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Themenschwerpunkte: Gegenschlag - Afghanistan - Bin Laden - Islam - Fahndung
Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags Die asiatisch-pazifischen Staaten stellten sich weitgehend hinter das Vorgehen der USA. Doch sprachen sich Russland und China für ein Ende der militärischen Phase in Afghanistan und den Übergang zu einer politischen Lösung "so schnell wie möglich" aus, berichteten Delegationskreise. Die stark moslemisch geprägten Länder Malaysia und Indonesien äußerten ihre Sorge über den Tod unschuldiger Zivilisten.

Bush zeigte Verständnis, betonte aber, dass die Koalition stark und weit gehend sei. Jedes Land müsse sich gegen die Terroristen wenden, sonst werde es selbst zum Ziel. "Unsere Feinde sind Mörder, deren Arm weltweit reicht. Sie bemühen sich um Waffen, die in globalem Umfang töten", sagte Bush vor Wirtschaftsführern. "Wir werden die Terroristen gemeinsam von Ort zu Ort verfolgen, bis die Gerechtigkeit gesiegt hat."

Die zwei Soldaten, die in Pakistan beim Absturz eines Helikopters ums Leben gekommen sind, seien "nicht umsonst gestorben", sagte Bush bei einem Treffen mit Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi. "Sie starben für eine gerechte und richtige Sache", sagte er. "Wir werden gewinnen." Er äußerte "Frustration" über die mangelnde Lieferung von Hilfegütern an das afghanische Volk. "Die Schuldigen sind die Taliban." Sie behinderten die Hilfe und raubten Nahrung. "Sie hungern ihr Volk aus. Das ist ein weiterer Grund, warum sie gehen müssen."

Keine Regierung dürfe aber den Kampf gegen den Terrorismus als Vorwand für die Verfolgung von ethnischen Minderheiten benutzen. Ihre Rechte müssten geschützt werden. "Wir müssen berechtigte politische Bestrebungen respektieren", sagte Bush. Chinas Vizeaußenminister Wang Guangya warnte vor "zweierlei Maß". Alle Formen von Terrorismus müssten verurteilt werden. Auf Fragen, warum in der Anti-Terror-Erklärung die US-Luftangriffe nicht erwähnt werden, sagte Wang Guangya, die Apec-Führer wollten ihre Dokumente "prägnant, visionär und nicht zu spezifisch" verfasst wissen.

Präsident Bush sagte, die Terroristen hätten mit den Anschlägen auf das World Trade Center auch versucht, das Vertrauen in das Weltwirtschaftssystem zu erschüttern. "Aber es ist ihnen nicht gelungen." Die USA wollten ihren Teil beitragen, um die Weltwirtschaft wieder in Schwung zu bringen, sagte Bush unter Beifall. "Die wirtschaftlichen Grundlagen in Amerika sind stark, und unsere Nation wird sich erholen."

Die USA sind ein wichtiger Markt für viele Apec-Staaten. Mit den USA und Japan als größten Volkswirtschaften der Welt werden mehr als 40 Prozent des Welthandels von den 21 Apec-Mitgliedern abgewickelt. Der Gipfel will am Sonntag zum Abschluss noch ein Signal zur Öffnung der Märkte geben.

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