20. Weltklimagipfel in Lima : Kampf ums Klima bis zuletzt

Am Samstag, der Gipfel war schon einen Tag länger als geplant, stand die Klimakonferenz in Lima vor dem Ende. Im Schlussplenum fiel das Verhandlungsdokument erst einmal durch. In der Nacht machten die Gastgeber einen weiteren Anlauf zum Kompromiss.

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Der Gipfelpräsident hat die Delegierten um Flexibilität gebeten. Aber die haben sie am Samstag zunächst nicht gezeigt. Stattdessen zogen sich die Verhandlungen über die Schlusserklärung stundenlang hin. Manuel Pulgar-Vidal erinnerte alle daran, dass sie "auf der gleichen Seite" seien.
Der Gipfelpräsident hat die Delegierten um Flexibilität gebeten. Aber die haben sie am Samstag zunächst nicht gezeigt. Stattdessen...Foto: Reuters

Am Samstag versuchte der Weltklimagipfel doch noch zu einem Ergebnis zu kommen. Zu Beginn der als Abschlussplenum gedachten Debatte in Lima erinnerte der Gipfelpräsident und peruanische Umweltminister, Manuel Pulgar-Vidal daran, „dass wir alle im gleichen Team sind“. Es half nichts. Die Entwicklungsländer waren mit dem Schlussdokument so unzufrieden, dass sie nicht zustimmen wollten. Am Abend wurde der Gipfel ein weiteres Mal unterbrochen, um in den letzten Stunden am Samstag noch nach einem Kompromiss zu suchen. Dazu führte Pulgar-Vidal zunächst Einzelgespräche, um kurz vor Mitternacht deutscher Zeit sollte das Plenum wieder zusammen kommen.

Obwohl der Gipfel hoffnungsvoll begann, weil sich viele Länder mit einem hohen Treibhausgasausstoß im Vorfeld des Gipfels bewegt hatten, darunter die USA, China und die Europäische Union. Doch im Verlauf des Gipfels fielen die Verhandler immer mehr in die alten Rollen zurück. Am Abend standen die USA und China wieder gegeneinander. China wehrt sich vehement dagegen, dass seine Angebote zur Emissionsminderung bewertet werden, bevor der Pariser Gipfel in einem Jahr ein neues Klimaabkommen verabschieden soll. Außerdem unterstützten China und Indien die Argumentation der meisten Entwicklungsländer, dass ihnen zu viel und den Industrieländern zu wenig abverlangt werde.

Ratlose Gesichter. Die Chefin des UN-Klimasekretariats Christiana Figueres und Gipfelpräsident Manuel Pulgar-Vidal versuchten am Samstag den Gipfel zu retten, aber die Delegationen aus China und den USA, und aus vielen Entwicklungsländern, machten es den beiden nicht leicht.
Ratlose Gesichter. Die Chefin des UN-Klimasekretariats Christiana Figueres und Gipfelpräsident Manuel Pulgar-Vidal versuchten am...Foto: AFP

Am Samstagnachmittag waren lediglich Industrieländer bereit, das in der Nacht erarbeitete eher dünne Gipfelpapier, ein Vier-Seiter mit vagen Überschriften, zu akzeptieren. EU-Energiekommissar Arias Canete kündigte Zustimmung an, und die Schweiz als Sprecherin der ökologisch ehrgeizigeren Staaten, versprach gleich zu Beginn des Plenums , nicht im Weg zu stehen, „nicht weil wir das Papier für perfekt halten, sondern weil es uns nach Paris bringt“. In Paris soll in einem Jahr ein neues, umfassendes Abkommen zum Klimaschutz verabschiedet werden.

Die Entwicklungsländer waren mit der Substanz der Vorlage überhaupt nicht zufrieden. Die Afrikanische Gruppe, die arabischen Länder, die am wenigsten entwickelten Staaten kündigten Widerstand an. Die Entwicklungsländer verlangten, dass sich Industriestaaten auf Treibhausgasminderungen verpflichten und offen legen, wie viel Geld sie für internationalen Klimaschutz, Anpassung und Kompensation von Klimaschäden aufbringen.

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