Politik : 2000 GIs bisher im Irak gestorben

Matthias B. Krause

New York - Feldwebel George Alexander Jr., 34, starb nicht weit von zu Hause in einem Militärkrankenhaus in Texas. Der junge Mann erlag seinen Verletzungen, die er sich Anfang des Monats im Irak zugezogen hatte, als neben seinem Bradley-Kampfpanzer eine Bombe detonierte. Er ist der 2000. getötete US-Soldat in einem Krieg, den der amerikanische Präsident George W. Bush seit Mai 2003 für beendet erklärt hatte. Die Nachricht des Pentagons löste eine Bandbreite von Reaktionen aus. Während Bush vor Soldaten-Familien in Washington sagte, der beste Weg, die Gefallenen zu ehren, sei weiterzukämpfen, kritisierten die Demokraten in Washington seinen Kurs. Die in den vergangenen Monaten weitgehend verstummte Friedensbewegung plante Proteste vor Rekrutierungszentren der Armee im ganzen Land.

Das Verteidigungsministerium verkündete die Nachricht vom 2000. gefallenen US-Soldaten erst mehrere Stunden nach Bushs Auftritt. Prompt warf der demokratische Parteivorsitzende Howard Dean ihm vor, den „steigenden Blutzoll“ im Irak nicht erwähnt zu haben und „keinen klaren Plan für den Sieg zu präsentieren“. Zeitungen wie die „New York Times“ und die „Washington Post“ veröffentlichten am Mittwoch die Bilder der Gefallenen und ihre Kurzbiografien. Konservative Blätter beschränkten sich auf Kommentare mit Durchhalteparolen. Laut einer vom „Wall Street Journal“ in Auftrag gegebenen Umfrage sind erstmals mehr als die Hälfte der Amerikaner (53 Prozent) der Meinung, es sei falsch gewesen, in den Krieg zu ziehen und Saddam Hussein zu stürzen.

Die offizielle Zahl der im Irak verletzten US-Soldaten wird mit 15 000 angegeben. Laut einer Studie der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität starben bislang zudem bis zu 100 000 irakische Zivilisten. Verglichen mit anderen Kriegen sei die Zahl der Gefallenen aber ungewöhnlich niedrig, meint Anthony Cordesman vom Center for Strategic and International Studies in Washington. Die Amerikaner akzeptierten die Toten, wenn sie glaubten, die Auseinandersetzung sei notwendig, sagte Cordesman dem „Christian Science Monitor“, „doch die Umfragen zeigen, dass immer weniger Amerikaner das glauben.“

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