Politik : 27 Jahre Haft für Spaniens Al-Qaida-Chef

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Madrid Der Nationale Gerichtshof Spaniens hat den spanisch-syrischen Terroristen Abu Dahdah zu einer Haftstrafe von 27 Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 42-jährige, der mit richtigem Namen Imad Eddin Barakat Jarkas heißt, Kopf einer spanischen Al-Qaida-Zelle gewesen ist. Seine Extremistengruppe soll finanzielle und logistische Hilfe für das internationale Terrornetzwerk Osama bin Ladens geleistet haben. Auch an einer Verwicklung Abu Dahdahs in den 11. September 2001 hatten die Richter keine Zweifel.

17 weitere Islamisten wurden wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu Haftstrafen zwischen sechs und elf Jahren verurteilt; sechs Angeklagte wurden freigesprochen. Mit diesen Urteilen ging der bisher größte europäische Prozess gegen islamistische Extremisten zu Ende, der im April unter großen Sicherheitsvorkehrungen in Madrid angelaufen war. Die Ermittlungen hatten mehrere Jahre gedauert. Der Staatsanwalt hatte Abu Dahdah vorgeworfen, Komplize der Todespiloten vom 11. September gewesen zu sein. Die letzten Einzelheiten der Attentatsserie in den USA seien kurz zuvor auf einem „Terrorgipfel“ in Spanien festgelegt worden. Der Ankläger hatte für Abu Dahdah wegen Mordes mehr als 74000 Jahre Haft gefordert – 25 Jahre für jeden Toten. Das Gericht folgte dem Mordvorwurf nicht und verurteilte Abu Dahdah wegen terroristischer Konspiration. ze

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