3. Oktober : Generation Deutsche Einheit: Wir mischen uns ein

Wendekinder, Westkinder und Migrationskinder: In einem Memorandum verabschiedeten sich 30- bis 40-Jährige von Grenzen und formieren sich zur Generation Deutsche Einheit. Ein Gastbeitrag.

Sie sehen aus wie die Ampelmännchen, sind aber zu "Einheitsmännchen" umgeformt. Die Figuren aus Plastik stehen am 15.04.2015 am Rande einer Pressekonferenz in Wiesbaden (Hessen) vor der Staatskanzlei. Zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit, der am 3. Oktober in Frankfurt am Main gefeiert wird, schickt Hessen rund 1000 Männchen auf Reisen.
Sie sehen aus wie die Ampelmännchen, sind aber zu "Einheitsmännchen" umgeformt. Die Figuren aus Plastik stehen am 15.04.2015 am...Foto: dpa

In einem auf change.org veröffentlichten Memorandum schließen sich Wende-, West- und Migrationskinder zusammen und formulieren Ziele. Wir dokumentieren hier das Memorandum, in dem sie erklären, wer sie sind und was sie wollen:

Wir sind die Generation Deutsche Einheit. Und wir fangen einfach an. Unsere Unterschiede sind es, die uns vereinen. Wir wurden als Wende-, Migrations- oder Westkinder definiert, sind mit diesen Stereotypen aufgewachsen. Doch wir sind mehr als das. 25 Jahre nach der deutschen Einheit, verabschieden wir uns mit diesem Memorandum von dieser gelernten Definition.

Die Generation Deutsche Einheit versteht sich nicht als einheitlich, um der Einigkeit willen. Wir wollen und brauchen konstruktive Uneinigkeit und inspirierende Unterschiede für die Gestaltung der Zukunft, denn daraus entstehen unserer Erfahrung nach die kreativsten Lösungen. Diese Kreationen und unsere Wirkungen bringen wir, anders als unsere Elterngeneration, miteinander auf Augenhöhe hervor. Diesem starken Wert verpflichten wir uns in all unserem zukünftigen persönlichen Handeln. Wir halten einander nicht aus, sondern gestalten gemeinsam. Unser Memorandum ist das Symbol dieser Selbstverpflichtung und möchte Vorbildcharakter und Einladung sein, sich dieser neuen Haltung anzuschließen. Wir fordern bewusst nicht von Dritten oder “der Politik”, sich gegebener Herausforderungen anzunehmen. Wir handeln selbst.

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Die Dritte Generation Gesamtdeutschland stellt in Berlin ihr "Memorandum" vor.
Die Dritte Generation Gesamtdeutschland fängt an!

Dieses Memorandum ist das Produkt einer Gruppe von engagierten, jungen Menschen, die um die 30 bis 40 Jahre alt sind und mit pluralistischen Sozialisationen und Biographien in Deutschland leben. Wir nehmen nicht das Recht für uns in Anspruch, repräsentativ für die Gesamtheit unserer Generation zu sprechen - jedoch ist unsere Gruppe gesamtgesellschaftlich aktiv und vernetzt.

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