Politik : 30 000 Tote nach Beben in Südasien

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Islamabad/NeuDelhi - Bei einem der verheerendsten Erdbeben in Südasien sind möglicherweise weit mehr als 30000 Menschen gestorben. Das Beben hatte am Samstagmorgen weite Landstriche im Norden Pakistans und Indiens verwüstet. Angesichts unzähliger Vermisster in der Region Kaschmir befürchten die Behörden ein noch schrecklicheres Ausmaß der Katastrophe. Pakistanische Regierungsvertreter bezifferten die Zahl der Todesopfer durch den Erdstoß der Stärke 7,6 auf über 30000. In Indien starben mindestens 650 Menschen, das Innenministerium rechnet mit 100000 Obdachlosen.

Rettungsteams hatten große Mühe, in entlegene Gebiete im besonders schwer getroffenen Norden von Pakistan vorzustoßen. Dort werden tausende weitere Opfer unter Trümmern vermutet. Viele Dörfer und kleine Städte seien von der Landkarte verschwunden, sagte der Sprecher von Präsident Pervez Musharraf. 41000 Menschen seien verletzt worden. Hunderttausende wurden obdachlos. Zu den am schlimmsten betroffenen Städten gehört Muzaffarabad, die Hauptstadt des von Pakistan kontrollierten Kaschmirs. „Ganze Straßen sind durch Erdrutsche hinweggefegt,“ sagte ein angespannt wirkender Musharraf im Fernsehen. Er appellierte an die Weltgemeinschaft, seinem Land Transporthubschrauber zur Verfügung zu stellen. Auch Indien, mit dem Pakistan zwei Kriege um Kaschmir führte, hat Hilfe angeboten.

Der Präsidentensprecher sagte, das Land stehe vor einer „riesigen Herausforderung“. Inzwischen sei der größte Katastropheneinsatz der Streitkräfte seit Gründung des Staates 1947 angelaufen. Nach Angaben eines führenden pakistanischen Meteorologen war es „das schwerste Erdbeben“ in der Region seit 100 Jahren. In den ersten 24 Stunden nach dem Hauptbeben habe es mindestens 20 Nachbeben der Stärke 5 bis 6 gegeben. Schwere Regenfälle und Erdrutsche behinderten die Arbeit der Helfer. dpa

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