Politik : 300 Opfer von Missbrauch wollen Hilfen Bund und Länder streiten weiter über Finanzierung

Berlin - Auch nach eineinhalb Jahren ist im Bund-Länder-Streit um die Finanzierung des millionenschweren Opferfonds Sexueller Missbrauch noch keine Einigung in Sicht. Finanzstarke Bundesländer wiesen die Forderung von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), sich am Fonds zu beteiligen, zurück oder stellten Bedingungen. „Wo der Bund die finanzielle Verantwortung trägt, können Zahlungen schon jetzt problemfrei erfolgen“, sagte Schröder am Freitag. „Für den familiären Bereich deckt der Bund derzeit die Bringschuld der Länder mit ab.“ Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern habe sich noch kein Land zur Einzahlung seines Anteils am Hilfsfonds für den familiären Bereich bereiterklärt.

Seit Mai arbeitet die Geschäftsstelle des Fonds, rund 300 Anträge sind bislang eingegangen. Angepeilt für den Fonds war eine Finanzierung in Höhe von 100 Millionen Euro, die je zur Hälfte vom Bund und von den Ländern getragen werden sollten. Jedoch waren die Länder von Anfang an skeptisch. Von den Opfervertretern gibt es harsche Kritik am gesamten bisherigen Verfahren. Ingo Fock vom Verein „gegen-missbrauch.de“ sagte: „Bisher ist das Gebaren beim Fonds grauenhaft. Allein Form und Länge des Antrags sind retraumatisierend. Wir können Betroffenen nur empfehlen, den Antrag mit Hilfe von Beratungsstellen auszufüllen.“ dpaRUNDER TISCH]

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