Politik : 350 Flüchtlinge vor Java ertrunken

Nur 44 Menschen haben den Untergang eines Flüchtlingsschiffes vor der indonesischen Insel Java überlebt. Über 350 kamen ums Leben, davon 300 Frauen und Kinder, teilte Kris Janowski, Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, in Genf mit. Der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Jean-Philippe Chauzy, sagte, das für eine solche Überfahrt völlig untaugliche indonesische Fischerboot aus Holz sei nur 18 Meter lang und drei Meter breit und offenbar auf dem Weg nach Australien gewesen.

Das Schiff mit 421 Menschen an Bord, mehrheitlich Iraker sowie Palästinenser, Menschen aus Iran, Afghanistan und Algerien, hatte am vergangenen Donnerstag von Bandar Lampung auf Sumatra abgelegt. Wenig später verließen 21 Passagiere das Boot wieder auf eigenen Wunsch. Am Freitagmorgen berichtete der Kapitän über Funk von einem Motorschaden und meldete Wassereinbruch.

Nach Angaben von Überlebenden sank das Schiff innerhalb von zehn Minuten, wobei sich die meisten Frauen und Kinder unter Deck ohne Aussicht auf Rettung befanden. Unter den Überlebenden befindet sich ein achtjähriger Junge, der 21 Familienmitglieder verloren hat. Die Geretteten mussten bis zu 18 Stunden im Wasser aushalten, bevor sie von Fischern gefunden wurden. IOM-Vertreter kümmern sich um die Überlebenden in Bogor auf Java.

Im August hatte ein norwegischer Frachter mehr als 400 Menschen von einer sinkenden indonesischen Fähre gerettet. Auch diese Flüchtlinge wollten nach Australien. Nach Schätzungen indonesischer Behörden befinden sich derzeit in der Region etwa 5000 Menschen auf dem Weg dorthin.

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