Politik : 37 Menschen in US-Haft gestorben

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Der FolterSkandal weitet sich aus. Nicht nur im irakischen Gefängnis Abu Ghraib sind Gefangene von US-Soldaten misshandelt worden, sondern auch in anderen Haftanstalten in Afghanistan und dem Irak. In mindestens neun Todesfällen von Inhaftierten wird als Ursache schwere Körperverletzung vermutet. Insgesamt sind 37 Gefangene in US-Haft gestorben. Das berichtete am Mittwoch die „New York Times“. Der Zeitung liegt eine interne Untersuchung der amerikanischen Armee vor, die auf den 5. Mai datiert ist. Sie war nach Bekanntwerden der Affäre in Auftrag gegeben worden. Demnach seien die Misshandlungen weit verbreitet und von sehr viel mehr Armee-Einheiten begangen worden, als bislang bekannt war.

Die Armee-Untersuchung umfasst den Zeitraum von rund einem Jahr. Sie beginnt am 15. April 2003, wenige Tage nach dem Sturz der Statue von Saddam Hussein in Bagdad. Sie endet im vergangenen Monat, als ein Gefangener mutmaßlich von Mitgliedern der Navy totgeschlagen wurde. Als Todesursache wird in diesem Fall „brutale Gewaltanwendung und Erstickung“ diagnostiziert. Auch die „Third Infantry Division“ soll über einen Zeitraum von zehn Wochen „zahlreiche Gefangene erstickt“ haben. Ein irakischer General wurde offenbar stranguliert.

Laut „Washington Post“ geht der Einsatz von Hunden bei Verhören in irakischen Gefängnissen auf General Geoffrey Miller zurück, den Ex-Kommandanten von Guantanamo.

Das Verteidigungsministerium hat Gerüchte über Fotos von angeblichen Folterszenen mit deutschen Soldaten im Kosovo als haltlos bezeichnet. Ein Ministeriumssprecher sagte am Mittwoch, man gehe davon aus, dass an den Behauptungen nichts dran ist. Dennoch lässt Minister Peter Struck (SPD) die Hinweise auf angebliche Misshandlungen zu Beginn des Kosovo-Einsatzes 1999 prüfen. Laut „Bild“-Zeitung“ kursieren in Kreisen der Kfor-Truppe angeblich Fotos mit Folterszenen deutscher Soldaten im Kosovo. Laut Redaktionsleitung liegen dem Blatt aber keine Fotos vor. mal/bib

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