Tag 120 bis 139

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Update
397 Verhandlungstage : Die Chronik des NSU-Prozesses
Sie steht im Zentrum des Prozesses: Beate Zschäpe.
Sie steht im Zentrum des Prozesses: Beate Zschäpe.Foto: dpa

Tag 120 / 26. Juni 2014: Ein Sprengstoffexperte der bayerischen Polizei schildert, wie knapp das Opfer des Anschlags in Köln mit dem Leben davon kam.

Tag 121 / 1. Juli 2014: Die Verteidiger von Ralf Wohlleben stellen einen Befangenheitsantrag gegen den 6. Strafsenat. Die Richter hatten beschlossen, der Angeklagte müsse in Untersuchungshaft bleiben.

Tag 122 / 2. Juli 2014: Ein mutmaßlicher Mittelsmann bei der Beschaffung der Mordwaffe Ceska 83 präsentiert stundenlang Erinnerungslücken.

Tag 123 / 3. Juli 2014: Ein Beamter der Dortmunder Polizei berichtet, eine Zeugin habe nach dem Mord an Mehmet Kubasik die Täter als Rechtsradikale „oder  Junkie-Typen“ beschrieben.

Tag 124 / 8. Juli 2014: Eine Frau aus Eisenach will Zschäpe zwei Tage nach dem Selbstmord  von Mundlos und Böhnhardt an der Stelle gesehen haben, wo deren Wohnmobil gebrannt hatte.

Tag 125 / 9. Juli 2014: Zschäpe hat wieder Kopfschmerzen, hält dann aber doch den Tag durch. Der ältere Bruder von Uwe Böhnhardt nennt ihn „aufgeweckter Junge“, der „irgendwann ausgerissen“ sei.

Tag 126 / 10. Juli 2014: Ein Neonazi weigert sich, zur rechtsextremen Vereinigung „Hammerskins“ auszusagen. Richter Götzl droht Ordnungsgeld an, belässt es aber dabei.

Tag 127 / 15. Juli 2014: Auftritt Tino Brandt. Uwe Mundlos sei „wirklich ein lustiger Typ gewesen“ und Zschäpe „keine dumme Hausfrau“, sagt der Ex-Chef der Kameradschaft „Thüringer Heimatschutz“ und ehemalige V-Mann. Böhnhardt beschreibt er als „schweigsamer“. Brandt behauptet, er habe mit den dreien nicht über Gewalt diskutiert.

Tag 128 / 16. Juli 2014: Eklat im Prozess. Zschäpe lässt über einen Polizisten dem Strafsenat mitteilen, sie habe kein Vertrauen mehr in ihre Verteidiger. Götzl bricht den Verhandlungstag ab.

Tag 129 / 22. Juli 2014: Götzl verkündet, Zschäpes Antrag zur Ablösung ihrer Verteidiger sei abgelehnt. Die schriftliche Begründung der Angeklagten war zu dünn.

Tag 130 / 23. Juli 2014: Ein früherer Informant des Thüringer Verfassungsschutzes sagt aus. Er hatte kurz nach dem Untertauchen von Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe das defekte Fluchtfahrzeug, mutmaßlich der Wagen von Ralf Wohlleben, von Sachsen nach Jena abgeschleppt.

Die Spur der Neonazi-Mörder
November 2011: Nach Ermittlungen um einen missglückten Banküberfall in Arnstadt und ein explodiertes Wohnhaus in Zwickau sieht sich die Bundesrepublik erstmals seit der Wiedervereinigung mit rechtsextremem Terror in größerem Ausmaß konfrontiert. Schnell ist die Rede vom Jenaer Neonazi-Trio um Beate Z. (36), Uwe B. (34) und Uwe M. (38). Ihre Spur lässt sich bis in die 90er Jahre zurückverfolgen.Weitere Bilder anzeigen
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20.03.2013 13:59November 2011: Nach Ermittlungen um einen missglückten Banküberfall in Arnstadt und ein explodiertes Wohnhaus in Zwickau sieht...

Tag 131 / 29. Juli 2014: Zschäpes Verteidiger stellen einen Befangenheitsantrag gegen alle Richter des 6. Strafsenats. Als Grund nennt Anwalt Wolfgang Heer die Befragung eines Zeugen durch Götzl. Der Richter habe Sachverhalte ignoriert, die Zschäpe entlasten würden.

Tag 132 / 30. Juli 2014: Eine Studentin, früher Punkerin, sagt, sie sei 1996 in Jena von Zschäpe attackiert worden und habe sich einen Fuß gebrochen.

Tag 133 / 31. Juli 2014: Ein BKA-Beamter berichtet, Charlotte E. befragt zu haben. Der Polizist vergaß aber, die betagte Ex-Nachbarin von Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe in Zwickau zu fragen, ob Zschäpe vor dem Brand am 4. November 2011 bei ihr geklingelt habe.

Tag 134 / 5. August 2014: Götzl hat den Prozessbeteiligten einen erweiterten Terminplan bis Juni 2015 geschickt. Ein weiterer mutmaßlicher Mittelsmann bei der Beschaffung der Ceska 83 bezeichnet belastende Aussagen gegen ihn, die ein Zeuge bei der Polizei machte, als gelogen.

Tag 135 /  6. August 2014: Ein Polizist aus Kassel sagt, die Version des Ex-Verfassungsschützers Andreas T., vom Mord an Halit Yozgat nichts mitbekommen zu haben, sei „sehr, sehr unglaubwürdig“.

Tag 136 / 4. September 2014: Ein Thüringer Kriminalbeamter berichtet von rechtsextremen Straftaten, die Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe vor ihrer Flucht begangen haben sollen.

Tag 137 / 5. September 2014: Der Angeklagte André E. erscheint mit einem Shirt, auf dem der RAF-Terrorist Andreas Baader abgebildet ist. Ein Bruder von André E. verweigert die Aussage.

Tag 138 / 16. September 2014: zwei Schweizer Polizisten berichten von den wenig erhellenden Vernehmungen des ersten Käufers der Mordwaffe Ceska 83, Peter G., im Kanton Bern.

Tag 139 / 17. September 2014: Ein weiterer Schweizer Beamter sagt zu den Befragungen von Peter G. aus. Der Erstkäufer der Ceska 83 war mutmaßlich ein Strohmann für seinen Bekannten Hans-Ulrich M., auch ein

Schweizer. Er soll laut Bundesanwaltschaft die Pistole nach Deutschland verkauft haben. Weder Peter G. noch Hans-Ulrich M. sind bereit, im NSU-Prozess auszusagen.

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