Tag 140 bis 159

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Update
397 Verhandlungstage : Die Chronik des NSU-Prozesses
Sie steht im Zentrum des Prozesses: Beate Zschäpe.
Sie steht im Zentrum des Prozesses: Beate Zschäpe.Foto: dpa

Tag 140 / 17. September 2014: Ein Schweizer Polizist berichtet, Hans-Ulrich M. habe ausgesagt, Zschäpe nur aus den Medien zu kennen.

Tag 141 / 22. September 2014: Ein früherer Freund von Uwe Böhnhardt schildert gemeinsame kriminelle Aktivitäten. Böhnhardt sei beim Autoknacken in Jena, „gut durchdacht“ vorgegangen.

Tag 142 / 23. September 2014: Ein Zwickauer Polizist sagt, er gehe davon aus, dass Zschäpe am 4. November 2011 erst das Benzin in der Wohnung in der Frühlingsstraße verschüttete und dann bei der Nachbarin Charlotte E. klingelte, um sie zum Verlassen des Hauses aufzufordern.

Tag 143 / 24. September 2014: Tino Brandt bestreitet, sich an Schießübungen beteiligt zu haben.

Tag 144 / 30.September 2014: Ein ehemaliger V-Mann-Führer von Tino Brandt sagt, dieser habe bei Fragen in der Szene nach den drei Untergetauchten „vorsichtig operieren“ müssen und nicht „allzu direkt insistieren“ können.

Tag 145 / 1. Oktober 2014: Götzl bricht den Verhandlungstag früh ab, da er selbst erkrankt ist.

Tag 146 / 7. Oktober 2014: Der ehemalige Skinhead aus Chemnitz, der Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe bei sich aufgenommen hatte, berichtet von seinen Verbindungen zur rechtsextremen Organisation „Blood & Honour“.

Tag 147 / 8. Oktober 2014: Auf die Frage nach der ausgeschliffenen Seriennummer bei der Ceska 83 habe Hans-Ulrich M. behauptet, er habe dazu keine technischen Möglichkeiten, sagt ein Schweizer Polizist.

Tag 148 /  9. Oktober 2014: Ein Schweizer Staatsanwalt berichtet über mysteriöse Angaben von Peter G. Ihm soll Hans-Ulrich M. erzählt haben, beim Verkauf einer Waffe in Deutschland sei er an einen V-Mann geraten.

Tag 149 / 14. Oktober 2014: Zschäpes Verteidiger werfen dem 6. Strafsenat und der Bundesanwaltschaft vor, sie hätten die Vernehmung von Charlotte E. behindert und damit eine Aussage zugunsten der Angeklagten.

Tag 150 / 15. Oktober 2014: Richter verlesen Urteile Thüringer Gerichte zu Straftaten von Uwe Böhnhardt vor dem Gang in den Untergrund. Trotz vieler Delikte saß Böhnhardt nur kurz in Haft.

Tag 151 / 16. Oktober 2014: Der Angeklagte André E. muss sich erneut auf Anordnung von Richter Götzl fotografieren lassen. Der Rechtsextremist trägt ein Shirt mit der Aufschrift „Brüder Schweigen“. Das war der zweite Name der rechtsextremen, US-amerikanischen Terrororganisation „The Order“.

Die Spur der Neonazi-Mörder
November 2011: Nach Ermittlungen um einen missglückten Banküberfall in Arnstadt und ein explodiertes Wohnhaus in Zwickau sieht sich die Bundesrepublik erstmals seit der Wiedervereinigung mit rechtsextremem Terror in größerem Ausmaß konfrontiert. Schnell ist die Rede vom Jenaer Neonazi-Trio um Beate Z. (36), Uwe B. (34) und Uwe M. (38). Ihre Spur lässt sich bis in die 90er Jahre zurückverfolgen.Weitere Bilder anzeigen
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20.03.2013 13:59November 2011: Nach Ermittlungen um einen missglückten Banküberfall in Arnstadt und ein explodiertes Wohnhaus in Zwickau sieht...

Tag 152 / 21. Oktober 2014: Die ehemalige Thüringer Lebensgefährtin von Hans-Ulrich M. schildert ihn als Waffennarr.

Tag 153 / 22. Oktober 2014: Der Nebenklage-Anwalt Turan Ünlücay, er vertritt Mitglieder der Familie des ermordeten Mehmet Kubasik, wird als Zeuge befragt. Ünlücay hatte in der Schweiz mit Hans-Ulrich M. gesprochen. Der erzählte dem Anwalt, der zwielichtige, ehemalige Betreiber eines Eiscafés im thüringischen Apolda habe die Mordwaffe Ceska 83 erworben.

Tag 154 / 23. Oktober 2014: Zschäpe habe kurz vor ihrer Festnahme am 8. November 2011 berichtet, am Tag des Brandes in Zwickau bei der Nachbarin Charlotte E. geklingelt zu haben, sagt der Jenaer Anwalt Gerald Liebtrau. Die Aussage klingt indirekt wie ein Hinweis Zschäpes, das Feuer verursacht zu haben. Liebtrau begleitete Zschäpe, als sie sich der Polizei stellte.

Tag 155 / 5. November 2014: Der frühere Betreiber des Eiscafés in Apolda spickt seine Aussage mit Kalauern. Der Zeuge will niemals in der Schweiz eine Waffe erworben haben. Der für den 4. November, den dritten Jahrestag des NSU-Schocks geplante Prozesstag ist ausgefallen, weil Zschäpe wieder krank war.

Tag 156 / 6. November 2014: Nebenklage-Anwälte der Familie des erschossenen Mehmet Kubasik stellen umfangreiche Beweisanträge zu möglichen Kontakten zwischen dem NSU und Dortmunder Rechtsextremisten.

Tag 157 / 11. November 2014: Ein früherer V-Mann-Führer von Tino Brandt gibt zu, der Spitzel habe im März 1999 erfahren, Carsten S. halte Kontakt zu Mundlos und Böhnhardt. Carsten S., der die Ceska 83 zu Mundlos und Böhnhardt, wurde jedoch vom  Verfassungsschutz nur kurz observiert.

Tag 158 / 12. November 2014: Der frühere Neonazi-Anführer Kai D. schwadroniert in seiner Aussage über militante Aktivitäten der Kameradschaft „Thüringer Heimatschutz“, bleibt aber vage.

Tag 159 / 13. November 2014: Nochmal die ehemalige Thüringer Lebensgefährtin des Schweizers Hans-Ulrich M. Keine Neuigkeiten zur Ceska 83.

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