44. Präsident der USA : Barack Obama ist gewählt - John McCain gratuliert

Der Demokrat Barack Obama hat die US-Präsidentschaftswahl gewonnen. Sein republikanischer Gegner John McCain gesteht seine Niederlage ein. Auch George W. Bush gratuliert. Und in Kenia gibt es gleich einen Feiertag.

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President elect - mit Familie.Foto: AFP

Obama gegen McCain: Hier melden wir das aktuelle Geschehen rund um die Präsidentschaftswahl in den USA. Von den ersten Auszählungen im Osten der Staaten bis zu den Reaktionen auf den Wahlsieg Obamas. Die gefetteten Zeitangaben entsprechen der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ).



7.25 Uhr:

Bundespräsident Horst Köhler hat Barack Obama zur Wahl zum US-Präsidenten gratuliert. "Sie stehen vor großen Herausforderungen, für Ihr Land, aber auch für unsere Welt insgesamt. Sie können dabei auf Deutschland als einen verlässlichen Partner und langjährigen Freund zählen", schreibt Köhler  in einem in Berlin veröffentlichten Telegramm an Obama. Deutschland und die USA seien durch gemeinsame Werte fest miteinander verbunden. "Dies ist auch das Fundament für die enge Zusammenarbeit in unserer transatlantischen Gemeinschaft." Zunehmend erkenne man, wie sehr die Staaten der Welt aufeinander angewiesen seien, schreibt  der Bundespräsident. "Daraus ergibt sich die Verantwortung der Staatengemeinschaft, gemeinsam für Frieden, Freiheit und Wohlstand, für den Kampf gegen Armut und den Schutz unseres Planeten einzutreten." Eine kooperative Weltpolitik berge die Chance, das Wohl aller zu mehren. "Mein Land steht bereit, sichdieser Aufgabe gemeinsam mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu stellen", heißt es in dem Telegramm weiter.

7.20 Uhr:
Der konservative japanische Ministerpräsident Taro Aso beglückwünscht  Barack Obama zur Präsidentschaftswahl. Er gratuliere "von ganzem Herzen", sagt Aso. Er wolle gemeinsam mit dem künftigen Präsidenten Obama die Sicherheitsallianz zwischen beiden Ländern stärken und auf eine Lösung der Probleme der internationalen Gemeinschaft hinarbeiten. In japanischen  Regierungskreisen wird davon ausgegangen, dass sich das Verhältnis zur Schutzmacht Amerika durch den Machtwechsel in den
USA nicht ändern wird. Die bilateralen Beziehungen würden "nicht im geringsten ins Wanken geraten", meinte ein Regierungssprecher des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Aso.

6.50 Uhr: Die Regierung im Irak rechnet nicht mit einem raschen Truppenabzug der USA unter dem künftigen Präsidenten Barack Obama. Dessen  Wahlsieg werde "keinen raschen amerikanischen Abzug mit sich bringen", sagt der irakische Außenminister Hoschjar Sebari in Bagdad. Er rechne in dieser Hinsicht nicht mit einem "brüsken politischen Wandel" in den USA. Obama hatte im Wahlkampf  angekündigt, die US-Truppen im Irak innerhalb eines Zeitraums von 16 Monaten weitgehend abzuziehen.

6.40 Uhr:
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso beglückwünscht  Barack Obama zum Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl. Er hoffe, dass sich die USA unter der Führung Obamas mit Europa verbündeten, "die Welt zu einem 'New Deal'" zu führen, erklärt Barroso in Brüssel. Die derzeitige Krise müsse in eine Gelegenheit umgewandelt werden, sagt der Portugiese. "Wir brauchen einen 'New Deal' für eine Neue Welt." Er hoffe aufrichtig, dass die USA unter Obama zusammen mit Europa diesen 'New Deal' erreichen werde, "zum Wohl unserer Gesellschaften und der ganzen Welt". Der "New Deal" war ein wirtschafts- und sozialpolitisches Maßnahmenpaket von US-Präsident Franklin Delano Roosevelt als Reaktion auf die Weltwirtschaftkrise der 30er Jahre.

6.30 Uhr: Der designierte Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir erhofft sich von der Wahl des Demokraten Barack Obama zum US-Präsidenten auch ein Signal für Migranten in Deutschland. "Damit kann ich Jugendlichen sagen: Ihr könnt das auch schaffen", sagt der Politiker. Eines Tages sei dann sogar eine Ministerin oder gar Bundeskanzlerin mit Migrationshintergrund möglich, zeigt sich Özdemir überzeugt.

6.15 Uhr:
Die SPD sieht nach dem Wahlsieg von Barack Obama steigende Chancen für eine neue transatlantische Partnerschaft. Die
vom künftigen US-Präsidenten angekündigte Rückkehr zu internationaler Zusammenarbeit bedeute für Europa einen Sicherheitsgewinn, sagt der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich. Allerdings werde für Deutschland mit der neuen US-Führung nicht
unbedingt alles leichter. "Präsident Obama wird von uns ein stärkeres Engagement im Nahen Osten und Afghanistan fordern", zeigt
sich der SPD-Politiker überzeugt. Die Bundesregierung müsse dafür frühzeitig ihre Bedingungen formulieren und auch die eigenen
Möglichkeiten klar machen.

6.05 Uhr:
Der kenianische Präsident Mwai Kibaki gratuliert Barack Obama zu seinem Wahlsieg und erklärt spontan den morgigen Donnerstag zum Feiertag. Obamas Vater stammte aus Kenia. In dem Land wurde der Wahlsieg groß gefeiert.

5.57 Uhr:
  Barack Obama tritt kurz nach Bekanntgabe seines Sieges bei der US-Präsidentschaftswahl vor seine jubelnden Anhänger im Grant Park in Chicago, wo sich über 60 000 Menschen zur zentralen Feier versammelt haben. "Der Wandel ist nach Amerika gekommen", betont Obama. Die Wahl habe bewiesen, dass es die Vereinigten Staaten von Amerika gebe - über alle sozialen und ethnischen Grenzen hinweg. Es sei "ein Beweis der Macht der Demokratie", sagt ein strahlender Barack Obama, der auf die überwältigende Beteiligung aller Gruppen an dieser Wahl verweist. In seiner Rede nimmt der künftige US-Präsident auch Bezug auf Berlin. Der Fall der Mauer habe gezeigt, dass große Dinge möglich seien.

5.55 Uhr: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy gratuliert seinem künftigen US-Kollegen Barack Obama zur Wahl. Er beglückwünsche Obama zu seinem "brillanten Sieg", heißt es in einem Glückwunschschreiben Sarkozys, das der Elysée-Palast in Paris  kurz nach Bekanntwerden des Wahlausgangs veröffentlichte. Amerika habe damit "kraftvoll seinen Glauben an den Fortschritt und an die Zukunft ausgedrückt". "Ihre Wahl weckt in Frankreich, in Europa und darüberhinaus in der Welt gewaltige Hoffnung", schreibt Sarkozy  weiter. Dies sei die Hoffnung auf ein "offenes, solidarisches und starkes Amerika, das von Neuem den Weg zeigt, mit seinen Partnern, durch
die Kraft des Beispiels und die Zustimmung zu seinen Grundsätzen".

5.35 Uhr: Der scheidende Präsident George W. Bush gratuliert seinem Nachfolger. Bush habe Barack Obama telefonisch zu seiner "großen Nacht" gratuliert, sagt die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino.

5.21 Uhr; Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain gesteht  seine Niederlage ein. Zugleich sagt er vor Anhängern in Phoenix im Bundesstaat Arizona, er habe dem Wahlsieger Barack Obama gratuliert. "Das amerikanische Volk hat gesprochen und es hat klar gesprochen", sagt McCain. "Der Fehler liegt bei mir, nicht bei Euch", ruft er seinen enttäuschten Anhängern zu. Am Tag nach der Wahl müsse die Zusammenarbeit über alle Parteigrenzen hinweg beginnen, um den großen Herausforderungen gerecht zu werden, "mit denen die größte Nation der Welt" konfrontiert ist. Er fordert die Amerikaner auf,  die politischen Gegensätze zu überwinden. McCain spricht von einer historischen Wahl und einer besonderen Stunde für die Schwarzen in Amerika.

5.01 Uhr: Hunderttausende Menschen brechen in Chicago, der Heimat des neu gewählten US-Präsidenten Barack Obama, in Jubel aus. Allein zur offiziellen Feier im Grant Park sind über 60 000 Menschen gekommen. Hunderttausende feiern in der ganzen Stadt mit. Auch in New York am Times Square und am Rockefeller Center gibt es große Jubelfeiern. Obama lebt mit seinen Familie seit vielen Jahren in Chicago. Hier arbeitete  er in den achtziger Jahren nach seinem Jurastudium als Sozialarbeiter in einem Schwarzenviertel und begann seine politische Karriere.

5.00 Uhr: Der amerikanische Sender CNN meldet, dass der Demokrat Barack Obama die Wahl zum US-Präsidenten gewonnen hat.

4.30 Uhr:
Nach Angaben von US-Sendern hat der Demokrat Barack Obama auch die Wahl im Schlüsselstaat Iowa für sich entscheiden können. Die Fernsehsender CNN, Fox News und CBS meldeten dies unter Berufung auf eigene Hochrechnungen. Iowa im Mittleren Westen der USA gehört zu den sogenannten «Swing States": Bei den vergangenen zehn Wahlen stimmten die Bürger hier sechs Mal für die Republikaner und vier Mal für die Demokraten. Bei der Wahl 2004 hatte George W. Bush seinen Rivalen John Kerry in dem Staat knapp geschlagen.

3.30 Uhr:
Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat nach Angaben von US-Sendern auch die Wahl im Schlüsselstaat Ohio gewonnen. Die Sender ABC und CBS vermeldeten dies unter Berufung auf eigene Hochrechnungen.

3.00 Uhr: Die Demokraten haben bei der Wahl zum Senat und Repräsentantenhaus ihre Mehrheit nach Prognosen ausgebaut. Die Demokraten gewannen nach Angaben des Fernsehsenders CBS News drei zusätzliche Senatssitze in Virginia, North Carolina und New Hampshire. Im Repräsentantenhaus konnten die Demokraten bislang drei zusätzliche Mandate gewinnen. Die prominente republikanische Senatorin Elizabeth Dole verlor ihr Amt an die Demokratin Kay Hagan, in Virginia gewann der Demokrat Mark Warner und in New Hampshire setzte sich überraschenderweise die Demokratin Jeanne Shaheen durch. Damit haben die Demokraten laut CBS News 48 Senatorensitze, die Republikaner 30. Zur Mehrheit in der Kammer benötigen die Demokraten 51 Sitze. Bislang kontrollierten die Demokraten den US-Senat zwar mit 51 Stimmen, allerdings stimmten meistens immer zwei unabhängige Senatoren mit den Demokraten.

2.15 Uhr: Senator Joe Biden, Kandidat für das Amt des demokratischen Vizepräsidenten, hat sich erneut seinen Sitz im Senat gesichert. Biden gewann nach einer Prognose des Senders "Fox News" die Wahl zum Senat im US-Bundesstaat Delaware, den der Jurist seit 1973 in Washington vertritt. Sollte  Barack Obama zum neuen US-Präsidenten gewählt werden, muss vor den nächsten Kongress-Wahlen 2010 ein vom Gouverneur des Bundesstaates ernannter Nachrücker Bidens Platz im Senat einnehmen. Der 66 Jahre alte Experte für Sicherheits- und Außenpolitik hatte in Delaware erneut kandidiert, um auf jeden Fall seine Präsenz in der US-Politik zu sichern.

1.45 Uhr: Eine missglückte Flugzeuglandung hat die Aufregung des Wahltags für  John McCain noch gesteigert: In letzter Minute musste sein Pilot die Landung in Albuquerque im Bundesstaat New Mexico abbrechen. McCains Kampagnen-Flugzeug «Straight Air Talk» befand sich schon im Landeanflug, als der Pilot die Boeing 737 etwa 90 Meter über dem Boden plötzlich wieder hochzog. Nach einer weiteren Runde setzte die Maschine schließlich unter dem Applaus von Journalisten und Besatzung sicher auf. Wie der ehemalige Armeepilot McCain den Zwischenfall aufnahm, wurde zunächst nicht bekannt.

1.05 Uhr:
Inzwischen haben auch die Wahllokale in den ersten heftig umkämpfen Bundesstaaten Florida, Virginia und South Carolina geschlossen. Auch in Georgia, Vermont und New Hampshire wurden die Wahlen um 1.00 Uhr MEZ beendet. Nach ersten Ergebnissen von wenigen Prozent liegt der republikanische Kandidat John McCain erwartungsgemäß in Kentucky vorn, berichteten US-Fernsehsender. In Indiana, das seit über 30 Jahren republikanisch gewählt hat, deutet sich nach diesen ersten Ergebnissen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen McCain und dem demokratischen Kandidaten Barack Obama an.

00.05 Uhr: Die ersten Wahllokale haben bereits geschlossen - und zwar um 0.00 Uhr MEZ zunächst in Indiana und in Teilen Kentuckys. Erste Prognosen der US-Fernsehsender werden in Kürze  erwartet. Bereits eine Stunde später schließen die Wahllokale unter anderen in den wichtigen Staaten Florida, Virgina und South Carolina. In vielen Wahllokalen gibt es  weiterhin lange Warteschlangen.

23.00 Uhr: Unter dem Eindruck der US-Präsidentenwahl haben die amerikanischen Börsen einen Höhenflug erlebt. Die kräftigen Gewinne zogen sich durch fast alle Branchen. Die Aktienmärkte zeigten sich erleichtert, dass die Unsicherheit nach einem langen Wahlkampf nun ein Ende finde, sagte ein Händler auf dem Parkett in New York. Der Dow-Jones-Index kletterte nach vorläufigen Schlussangaben um 3,28 Prozent auf 9625,28 Punkte. Der S&P-500-Index gewann um 4,08 Prozent auf 1005,75 Punkte. Der NASDAQ-Index stieg um 3,12 Prozent auf 1780,12 Punkte. Die Rentenmärkte zeigten sich mit den Aktienkursen in seltenem Einklang und legten deutlich zu. Der Euro stieg kräftig auf 1,2995 Dollar nach 1,2642 Dollar am Vortag.

20.45 Uhr: Jetzt glaubt sogar der ehemalige Chef-Stratege von George W. Bush nicht mehr an einen Wahlsieg der Republikaner. Karl Rove, enger Vertrauter von Präsident Bush, erwartet für die amerikanische Präsidentschaftswahl einen haushohen Sieg des demokratischen Kandidaten Barack Obama. Rove rechnet auf seiner eigenen Website anhand von Umfragen damit, dass Obama gegen den Republikaner John McCain mit 338 zu 200 Wahlmänner-Stimmen siegt. Zum Wahlsieg würden ihm 270 reichen. Nach Roves Einschätzung hat Obama den gewichtigen Bundesstaat Florida in der Tasche und damit allein dort 27 Wahlmänner-Stimmen gewonnen.

Der noch amtierende US-Präsident George W. Bush will sich unterdessen im Hintergrund halten und öffentliche Auftritte meiden, bis sein Nachfolger feststeht. Bush wird einem Sprecher des Weißen Hauses zufolge am Dienstag mit seiner Frau zu Abend essen und die Wahl privat verfolgen. Statt des Präsidenten selbst soll demnach nur seine Sprecherin Dana Perino eine Erklärung abgeben, sobald der Wahlsieger bekannt ist. Bush war im Wahlkampf wegen seiner Unpopularität selbst von Parteifreund John McCain weitestgehend gemieden worden. In den vergangenen Tagen hatte Bush sich kaum den Medien gezeigt.

19.30 Uhr:
Die Berichte über Pannen häufen sich: Um ihre Stimme bei der historischen US-Wahl abzugeben, müssen etliche Amerikaner viel Geduld mitbringen - und Humor. So staunen beispielsweise in dem kleinen kleinen Ort Shaker Heights im Bundesstaat Ohio die ersten Wähler nicht schlecht, als sie ihre Stimmzettel erhalten. Denn auf den Zetteln fehlen ausgerechnet die Namen von John McCain und Barack Obama. "Die Ersten haben die falschen Zettel bekommen", gab die Sprecherin der lokalen Wahlbehörde zu. Der Fehler sei aber schnell behoben worden.


Lange Schlangen vor den Wahlbüros

Nicht so fix ging es bei anderen Pannen: Vor allem fehlende Automaten waren ein Manko, das Wähler landesweit kritisierten. Im Vorfeld der Abstimmung hatten Experten davor gewarnt, dass Tausende Wähler entmutigt werden könnten, wenn die Warteschlangen wegen schlechter Vorbereitung zu lang würden. In Richmond (Virginia) wechselte ein Wahllokal schlichtweg auf Papierzettel, als fünf von sieben Wahlautomaten den Dienst versagt hatten.

In Kansas City (Missouri) konnte nach Berichten des Fernsehsenders CNN in einigen Wahllokalen erst mit dreistündiger Verspätung gestartet werden, weil den Wahlhelfern falsche Registrierungslisten vorlagen. "Ich war um fünf Uhr morgens da und als achte Wählerin dran", wird Jessie Sargent zitiert. Als sie nach drei Stunden endlich zum Tisch der Wahlhelfer vorgedrungen war, hatten diese die falschen Wähler-Listen.

Aufgeweichte Wahlzettel überforderten unterdessen die Wahlmaschinen in Teilen des Staates North Carolina. Im Bezirk Wake hatte es so heftig geregnet, dass die Scanner der Wahlmaschinen das durchnässte Papier nicht akzeptierten. "Ein Zettel blieb stecken und verstopfte die Maschine. Als der Wähler ihn herauszog, war er zerrissen", berichtete die Chefin der dortigen Wahlbehörde, Cherie Poucher im US-Fernsehen. Alle Wähler mit verregneten Stimmzetteln seien daraufhin gebeten worden, ihre Unterlagen erst einmal zum Trocknen in eine Ersatz-Wahlbox zu stecken. Gescannt wurden sie dann später.

18 Uhr: Lange Warteschlangen vor den Wahllokalen und deren unzureichende Ausstattung mit Wahlautomaten sorgen für Missmut unter stimmwilligen US-Bürgern. Bereits um vier Uhr Ortszeit warteten beispielsweise erste Wähler im Bundesstaat Virginia zwei Stunden vor Öffnung der Wahllokale vor deren Türen, um eine Chance zu haben, die Stimme vor der Arbeit abzugeben. Eine Bewohnerin von Staten Island (New York) beschwerte sich bei der Hotline des US-Radiosenders NPR, kurz nach Öffnung des Wahllokals hätten dort bereits 125 Wähler Schlange gestanden: "Es gab nur ein Fünftel der Wahlautomaten, die es sonst gibt."

In Kansas City (Missouri) konnte nach Berichten des Fernsehsenders CNN in einigen Wahllokalen erst mit dreistündiger Verspätung gestartet werden, weil den Wahlhelfern falsche Registrierungslisten vorlagen. In Shaker Heights (Ohio) staunten Wähler nicht schlecht, als ihnen zunächst falsche Wahlzettel ausgehändigt wurden, auf denen die Präsidentschaftskandidaten fehlten.


Sarah Palin wählt in Alaska

17.30 Uhr: Der republikanische Kandidat John McCain gibt seine Stimme in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona ab. Die republikanische Vize-Kandidatin Sarah Palin geht mit ihrem Mann Todd in Wasilla im US-Bundesstaat Alaska zur Wahlurne. Sie hoffe, dass sie am Mittwoch als Vize-Präsidentin aufwachen werde, sagt Palin.

15.50 Uhr: Ein Team von europäischen Wahlbeobachtern kritisiert, dass es bei seiner Arbeit zu den US-Wahlen behindert wird. Die Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die der deutsche Bundestagsabgeordnete Patrick Meinhardt (FDP) begleitet, hält sich zur Zeit in Fort Lauderdale (Florida) auf. Überrascht erfuhren die Beobachter, dass sie am Dienstag nur ein einziges, von den US-Behörden ausgesuchtes Wahllokal besuchen durften.

"Wir alle halten das für ein inakzeptables Vorgehen", erklärte Meinhardt. "Einer Wahlbeobachterdelegation darf nicht vorgeschrieben werden, welche Wahllokale sie zu besuchen hat, geschweige denn, welche sie nicht besuchen darf." Gerade in Florida, dem Staat, in dem es bei den US-Wahlen im Jahr 2000 zu Unklarheiten gekommen war, hätte habe man sich ein höheres Maß an Sensibilität gewünscht.

14.30 Uhr
: Barack Obama und seine Frau Michelle wählen in ihrer Heimatstadt Chicago im Bundesstaat Illinois. Das Ehepaar wird von den beiden Töchtern begleitet, als es gegen 7.30 Uhr (Ortszeit) das Wahllokal betritt. Nach dem Tod von Obamas Großmutter auf Hawaii am Vortag sind Barack und Michelle Obama in schwarz gekleidet. Bevor der Präsidentschaftsanwärter seine Kreuze setzt, erklärt er den Stimmzettel seinen Töchtern. Anschließend will Obama nach Indiana reisen, um dort seine Kampagne fortzusetzen.

13.30 Uhr: Die Präsidentenwahl ist in vollem Gange: In rund 30 Bundesstaaten haben die Wahllokale geöffnet, zum Teil bilden sich schon zum Auftakt lange Schlangen. In Philadelphia (Pennsylvania) versammeln sich viele Menschen schon vor den noch verschlossenen Türen einiger Wahllokale, um nach Öffnung rasch ihre Stimme abgeben zu können.

Erste Auszählung im Osten

6.35 Uhr: Barack Obama bricht die 40-jährige Vorherrschaft der Republikaner in Dixville Notch im US-Bundesstaat New Hampshire. Kurz nach Öffnung der Wahllokale am Dienstag um Mitternacht votierten 15 Wahlberechtigte für Obama, für seinen republikanischen Rivalen John McCain stimmten sechs Wahlberechtigte. Die ersten wahlberechtigten Amerikaner geben seit 1960 in Dixville Notch, unweit der kanadischen Grenze, bereits kurz nach Mitternacht ihre Stimmen ab. Bisher gelang es allein Hubert Humphrey 1968 als demokratischer Kandidat, in diesem Wahllokal zu siegen.

6 Uhr: Obama oder McCain? In mehreren US-Bundesstaaten an der Ostküste haben die Wahllokale für die in aller Welt mit größter Spannung erwartete Präsidentenwahl geöffnet. Favorit ist der demokratische Spitzenbewerber Barack Obama. In letzten Meinungsumfragen führte der 47-Jährige landesweit vor seinem republikanischen Rivalen John McCain (72). Auch in wichtigen, möglicherweise wahlentscheidenden Schlüsselstaaten lag Obama vorn. Im Fall eines Sieges wäre er der erste schwarze Präsident der US-Geschichte.

Die Wahlbehörden rechnen mit einem Riesenandrang. Erwartet wird eine Rekordbeteiligung von bis zu 130 Millionen Wählern. Knapp drei Viertel aller Wahlberechtigten haben sich registrieren lassen. Schon in den vergangenen Wochen machten in 30 Bundesstaaten etliche Millionen Wähler von der Möglichkeit einer frühzeitigen Stimmabgabe Gebrauch. Auch Zehntausende von US-Soldaten im Irak haben bereits gewählt. Die ersten Wahllokale in den USA schließen um Mitternacht Mitteleuropäische Zeit (MEZ), die letzten am Mittwochmorgen um sechs Uhr MEZ.

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