Politik : 450 000 Soldaten im Einsatz

Moskau - In Russland haben die Behörden letzte Sicherheitsvorkehrungen für die Präsidentenwahl an diesem Sonntag getroffen. Die Polizei werde vor Wahlbeginn alle knapp 100 000 Wahllokale landesweit mit Spürhunden auf Sprengstoff untersuchen, berichtete die Moskauer Tageszeitung „Kommersant“ am Samstag unter Berufung auf einen Behördensprecher. Zum Schutz vor möglichen Anschlägen müssten die Bürger in vielen Großstädten die Wahllokale durch Metalldetektoren betreten.

Insgesamt sollen 450 000 Soldaten und Polizisten einen reibungslosen Verlauf der Wahl sicherstellen. Allein in der Hauptstadt Moskau werden 23 000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Bei früheren Wahlen gab es in Russland ein ähnlich hohes Polizeiaufgebot.

Nur mündlich kann der russische Staatsbürger Juri Malentschenko am Sonntag seine Stimme abgeben. Der Kosmonaut wird seine Entscheidung von Bord der Internationalen Raumstation ISS per Funk einer Vertrauensperson in der russischen Flugleitung bei Moskau übermitteln, wie die Agentur Itar-Tass meldete.

Westliche Wahlbeobachter hatten die Abstimmung bereits im Vorfeld als „unfair“ kritisiert. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) hat ihre Beobachtermission aus Protest gegen Restriktionen abgesagt.

Die Wahl beginnt im fernen Osten Russlands in Tschukotka an der Grenze zu Alaska sowie auf der Halbinsel Kamtschatka schon am Samstagabend um 21 Uhr MEZ. Da sich Russland über elf Zeitzonen erstreckt, schließen die letzten Wahllokale am Sonntag um 19 Uhr MEZ in der westlichen Exklave Kaliningrad, dem früheren Königsberg. Erste aussagekräftige Ergebnisse werden in der Nacht zum Montag erwartet.

Am kommenden Samstag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Kurzbesuch in Moskau erwartet. Die Kanzlerin trifft nach Angaben informierter Kreise in Moskau sowohl den scheidenden Kreml-Chef Wladimir Putin als auch dessen Wunschnachfolger Dmitri Medwedjew. Das Bundespresseamt in Berlin bestätigte am Samstag die Reisepläne der Kanzlerin nicht. Die Reise Merkels wäre der erste Besuch eines westlichen Spitzenpolitikers in Moskau nach der für den 7. März angekündigten Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses. dpa

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar