50 Jahre Selma : Obama würdigt Bürgerrechts-Aktivisten

Als erster schwarzer US-Präsident muss Barack Obama gegen das Dauerthema Rassendiskriminierung ankämpfen - 50 Jahre nach dem "Bloody Sunday", an den am Sonntag in Alabama gedacht wurde.

Obama auf der Edmund-Pettus-Brücke.
Obama auf der Edmund-Pettus-Brücke.Foto: Jonathan Ernst/Reuters

Zum 50. Jahrestag der blutigen Niederschlagung des Bürgerrechtsmarsches in Selma hat US-Präsident Barack Obama zum Kampf gegen Rassendiskriminierung aufgerufen. „Wir müssen nur die Augen, Ohren und Herzen öffnen um zu wissen, dass die lange Rassengeschichte dieses Landes immer noch ihren langen Schatten auf uns wirft“, sagte Obama am Samstag vor etwa 40.000 Teilnehmern der Gedenkfeier im US-Bundesstaat Alabama.

Obama reiste mit seiner Frau Michelle und seinen Töchtern Sasha und Malia nach Selma. Auch Obamas Amtsvorgänger George W. Bush und dessen Frau Laura kamen zu der Gedenkfeier in der Kleinstadt. In seiner engagierten Rede zollte Obama denen Tribut, die in Selma vor 50 Jahren für die Rechte schwarzer US-Bürger auf die Straße gingen. „Wir sind heute hier versammelt, um sie zu feiern“, sagte der erste schwarze Präsident der USA.

In Selma hatten sich am 7. März 1965 rund 600 Demonstranten für einen Marsch in die Hauptstadt von Alabama, Montgomery, versammelt. Die Polizei stoppte den friedlichen Zug jedoch außerhalb der Stadt an der Edmund-Pettus-Brücke und prügelte die Teilnehmer brutal nieder. Die Ereignisse gingen als „Blutiger Sonntag“ in die Geschichte ein.

Obama nahm in seiner Rede auch Bezug auf die Ereignisse in Ferguson, wo ein weißer Polizist im vergangenen Jahr einen unbewaffneten, 18-jährigen Schwarzen erschossen hatte. Obama wies die Ansicht zurück, „dass der Rassismus verschwunden ist“. „Wir brauchen nicht den Bericht von Ferguson um zu wissen, dass das nicht stimmt.“ Mit Blick auf Pläne einiger Bundesstaaten, die Regeln für die Wahlregistrierung zu verschärfen, warnte der US-Präsident zudem, dass das im Voting Rights Act garantierte Wahlrecht heutzutage wieder in Gefahr sei. Er forderte die anwesenden hundert Kongressabgeordneten auf, sich in Washington für den Schutz des Wahlrechts einzusetzen. Nach seiner Rede traf Obama mit Veteranen der Bürgerrechtsbewegung zusammen. (AFP)

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